Namen
Zusammengestellt von Michael Pilack
Die wissenschaftlichen Namen unserer Fischen verraten uns viel über unsere Pfleglinge. Voraus gesetzt die Übersetzung ist einem bekannt. Der beschreibende Wissenschaftler denkt sich bei der Vergebung der Namen immer etwas . Dabei ist es egal ob es die Bezeichnung der Gattung oder die Artbezeichnung ist. In diesen Bericht kommt es mal nicht darauf an, ob ein Name männlich, weiblich oder sonst was ist. Die arbeit habe ich mir einzig und alleine wegen der Bedeutung der Namen gemacht. Was bedeuten die Namen. An Hand des Namen erfährt man schon einiges von dem Fisch. Sehr häufig wird ein markantes Merkmal genommen. Flecken, Streifen und deren Anzahl, Färbung oder Form inspirieren die Wissenschaftler. Bei bifasciatus waren es zwei (bi) Bänder/Streifen (fasciatus) und schaut man sich die Tiere an weiß man was gemeint ist. Auch Vorkommensgebiete und Fundorte stehen oft Pate bei der "Taufe". Woher mag wohl ein panamensis kommen? Klar aus Panama. Dann gibt es noch die auf Personen bezogenen Namen. Menschen die sich auf irgend eine Art und weise in der Zoologie/Ichthyologie verdient gemacht haben. Sei es als Sammler der Typusart, als Reisebegleiter des Beschreiber, als Geldgeber oder als Wissenschaftler. Manchmal auch die Namen der Ehepartner, vielleicht als kleine Entschädigung für die doch oft isolierte Tätigkeit der Wissenschaftler. Auch ein auffälliges Verhalten kann schon mal dazu führen, eine Art danach zu benennen. So geschehen bei z.B. A. zaliosus, zaliosus= wie ein Pfeil in die Wellen, eine Anspielung auf sein auffälliges schnelles Fluchtverhalten. Dann gibt es noch die Abtrennung von Arten von ihren nahen Verwanden. Dazu wird oft die griechische Bezeichnung "para" verwendet, was soviel heißt wie "in der nähe von". Paraneetroplus= sehr nahe verwand mit Neetroplus. Oder die Ähnlichkeit zu anderen, schon beschriebenen Gattungen oder Arten. So geschehen bei der Gattung Theraps, wobei ich mir da nicht so ganz sicher bin, weil es da wie bei einigen anderen auch, noch weitere Möglichkeiten der Übersetzungen gibt. Die wissenschaftlichen Namen sind die einzig sicheren Namen. Bei Trivialnamen, Händlerbezeichnungen oder auch bei deutschen Namen kann man sich leider nie sicher sein, ob es sich dabei auch wirklich um die gewollte Art handelt. So habe ich von Anfang an mir immer die wissenschaftlichen Namen versucht ein zu prägen und bin damit eigentlich ganz gut gefahren. Es gibt immer mal wieder Probleme wenn ich mich mit Pflegern am Telefon unterhalte und ich Vorschläge zu einen Besatz machen soll. Dann merke ich, dass es in diesen Punkt noch einiges an Arbeit gibt. Meine Liste soll helfen sich die wissenschaftlichen Namen einzuprägen und zu verstehen. Oder einfach nur mal zu nachschauen was eigentlich die Bezeichnungen unserer Fische bedeutet. Die nachfolgende Auflistung habe ich nach besten Wissen und Gewissen zusammengestellt. Dennoch gebe ich für die Richtigkeit und Vollständigkeit keine Garantie.
gr. = aus dem griechischen
lat.: = aus dem lateinischem
span.: = aus dem spanischem
Archocentrus : gr. Archo= Hintern (Arsch) - centrus= Stachel; mit stachligen Hintern, Bezug auf die hohe Anzahl der Hartstrahlen
centrarchus : Centrachus= Gattung der Sonnenbarsche , Bezug auf die Ähnlichkeit zu den Sonnenbarschen der Gattung Centrachus
spinosissimus: lat.= vielstachlig, Bezug auf die Hohe Anzahl der Hartstrahlen in Rücken-, und Afterflosse
multiltispinosus: lat. mit vielen Stacheln, Bezug auf die Hohe Anzahl der Hartstrahlen in Rücken-, und Afterflosse
Amphilophus: gr. Amphi = auf beiden Seiten - lophus= Vogelhaube/Hahnenkamm, Bezug auf die verdickten Ober-, und Unterlippen
labiatus: lat. Bezug auf die Lippen
citrinellus: = wie die Zitrone, Bezug auf die Farbe
trimaculatus: lat. = mit drei Flecken, Bezug auf die drei charakteristischen Flecken (Schulter, Körpermitte und Schwanzstiel)
hogaboomorum: nach den beiden Brüdern Georg und Peter Hogaboom die zusammen mit Carr & Giovanoli das Typusmaterial gesammelt haben.
lyonsi: nach E. Lyons, den damaligen Konsul von Panama
zaliosus: gr. = wie ein Pfeil in die Wellen, Bezug auf Form und Fluchtverhalten der Fische
amarillo: span. = gelb, Bezug auf die Färbung
xiloaensis: nach der Typuslokalität, dem Lake Xiloa, Nikaragua
sagittae: lat. Pfeil. Bezug auf die schlanke Form dieser Art
Astatheros: gr.= Astat= Instabil, Heros = Anlehnung an die Gattung Heros, Bezug vielleicht "von Heros absondern"
macracanthus: gr.= mit großen Stacheln, Bezug auf die starken Hartstrahlen der Rücken-, und Afterflosse
margaritifer: lat. = ich trage Perlen, Bezug auf die auffälligen Glanzflecken
altifrons : lat:= mit hoher Stirn, Bezug auf die steile Kopfform
longimanus: lat.: mit langen Händen, Bezug auf die langen Brustflossen
rostratus: lat.: mit langer Nase, Bezug auf die lange Schnauze
robertsoni: nach dem Sammler des Typusmaterial Dr. Robertson
alfari: zu Ehren von A. Alfaro, Sammler von Typusmaterial
diquis: Bezug auf Diquis, ein Landschaftsgebiet in Costa Rica
rhytisma: gr.= unterbrochen, Bezug auf das unterbrochen Längsband
nourissati: nach einem seiner Endecker, dem französischen Cichlidenspezialist Jean Claude Nourissat (1941-2003)
bussingi: nach Prof. William Bussing, Costa Rica
A. altifrons,
ein Fisch der durch seine hohe Stirn auffällt
Herichthys :gr.= Heros= Anlehnung an die Gattung Heros, ichthys= Fisch, Bezug auf die vielen Gemeinsamkeiten zur Gattung Heros 1840 , oder, gr.= Eris = griechische Göttin der Zwietracht, ichthys= Fisch, Bezug auf Unterschiede und die dadurch gerechtfertigte eigene Gattung (H. cyanoguttatus, Baird & Girard, 1859)
cyanoguttatus: lat: Blau gefleckt, Bezug auf die blauen Tüpfel und Flecken auf Körper und Beflossung
deepii: nach den Sammler des Typusmaterial Ferdinand Deppe (1794-1861)
bartoni: vom Beschreiber benannt nach seinem Bruder, Barton A. Bean, damals Assistent-Kurator der Ichthyologie vom Natiaonalmuseum der Vereinigten Staaten.
carpintis: Bezug auf die Typuslokalität, Laguna del Carpintero im Rio Panuco-System
steindachneri: zu Ehren von Franz Steindachner (* 11. November 1834 in Wien; † 10. Dezember 1919 in Wien) ,der österreichischer Zoologe
labridens: lat.= Lippen mit Zähne, Bezug auf die kräftigen Zähne im Schlund (Schneckenfresser)
pantostictus: gr. = überall getupft, Bezug auf die zahlreiche Punktzeichnung
minckleyi: zu Ehren von Dr. Wendel Lee (W.L.) Minckley (1935-2001)
tamasopoensis: nach Tamasopo Mexiko
Hypsophrys : gr. = hyselos= hoch, ophrys= Augenbraue, Bezug auf die auffällig hohe/steile Kopfform
nicaraguensis: nach der Typuslokalität Lake Nicaragua
nemantopus: lat. = mit fadenförmigen Füssen, Bezug auf die langen Brustflossenstrahlen
Nandopsis : Bezug auf Nanderbarsche/Nandinae, Nandus nandus (Nanderbarsch)?
tetracanthus: gr. mit vier Stacheln, Bezug auf die vier Hartstrahlen der Afterflosse
ramsdeni: nach seinem Entdecker Charles T. Ramsden
haitiensis: aus Haiti stammend
vombergae: nach der Zoologin Mia vom Berg (ihr Gatte, Prof. H. Böken, übergab das Typusexemplar Ladiges)
N. haitiensis
wurde nach seinen Herkunftsland benannt
Parachromis: gr. para= in der Nähe oder zu vergleichen, Chromis= artenreichste Gattung der Riffbarsche (Pomacentridae) ?
managuensis: = aus dem Lake Managua, Nikaragua
friedrichsthalii: nach dem Sammler Baron von Friedrichsthal aus Österreich
dovii: nach dem Sammler Kapitän John M. Dow
motaguensis: nach den Typusfundort Rio Motagua, Guatemala
loisellei: nach Paul Loiselle, amerikanischer Ichtyologe und Buchautor
Parachromis
managuensis
Paraneetroplus : gr. para = in der Nähe oder zu vergleichen, Neetroplus= gr. neuer Etroplus, Etroplus= Buntbarschgattung aus Indien
bulleri: nach dem Sammler der Typusexemplare Buller
nebulifer: lat.= ich bin ein Wolkenträger, Bezug auf 4-5 verwaschenen Vertikalbinden
gibbiceps: lat.= mit gewölbten Kopf, Bezug auf die steile Kopfform
omonti: nach dem Sammler der Typusexemplare, Omont, ein Vereinsmitglied Allgayers
Paratheraps: gr. para = in der Nähe oder zu vergleichen, Theraps, Theraps = Buntbarschgattung aus Mittelamerika (siehe dort)
breidohri: nach den deutsche Aquarianer Hans-Günther Breidohr
fenestratus: lat. = mit Fenster (Fenstergitter), Bezug auf die Längs-, und Querstreifen (1 Längsband auf dem sich 6 Quersteifen befinden)
guttulatus: lat = mit breiten Sprenkeln, Bezug auf die Flecken in Flossen und auf dem Körper
bifasciatus: lat.= zweifach gebändert, Bezug auf das Zeichnungsmuster
zonatus: gr. = mit Gürtel versehen, gegürtelt
hartwegi: nach dem Amerikaner Norman E. Hartweg, damaliger Kurator im Museum von Michigan
P. breidohri
hat Uwe Werner zu Ehren seines Freundes und Reisebegleiters Hans Günther
Breidohr benannt
Petenia : nach der original Typuslokalität, den Lake Peten in Guatemala
splendida:lat. = glänzend, Bezug auf die silbrige Grundfärbung
Chuco: = umgangssprachlich in Lateinamerika für schmutzig oder hoch (?)
microphthalmus: gr.= mit kleinen Augen
godmanni: benannt nach seinem Entdecker, Frederick DuCane Godman (mit einem N!!)
intermedius: lat.= dazwischen, Bezug darauf, dass die Art systematisch zwischen Cichlasoma rectangulare und Cichlasoma anguliferum eingegliedert ist. regtangularis: lat.= rechtwinklig, anguliferum: lat.= ich trage einen rechten Winkel; heute beides Synonyme von Chuco intermedius
Cryptoheros : gr. = verborgener/versteckter Held
spilurus: gr.= mit gefleckten Schwanzstiel, Bezug auf den schwarzen Fleck am Ende des Schanzstieles
septemfasciatus: gr. mit sieben Querstreifen, Bezug auf die Streifenzeichnung
panamensis: aus Panama stammend , eine Abtrennung des Beschreiber von C. nemantopus der sehr nahe mit ihn verwand ist aber nicht in Panama vorkommt.
cutteri: nach Victor M. Cutter Zur zeit der Artbeschreibung Präsident der United Fruit Companny, der größte Fruchtlieferant aus Mittelamerika mit riesigen Landbesitz. Cutter hatte großes Interesse an Zoologie und unterstützte die Academie in Philadelphia.
sajica: in Anerkennung an Salvadore Jimenez Canossa, ein Reisebegleiter von Bussing und Leiter der Bibliothek von Costa Rica.
nanoluteus: gr.: kleiner Gelber nano=klein, luteus=gelb, Bezug auf die Färbung
myrnae: zu Ehren der Direktorin des zoologischen Museums der Universität von Costa Rica, Myrna Lopez Sanchez
altoflavus: lat. alto=hoch, flavus= gelb, in Bezug auf seinen nahen verwanden A. nanoluteus ist der Körper von altoflavus höher und die Färbung intensiver Gelb.
chetumalensis: Bezug auf den Fundort, welcher ca. 10 Kilometer stromaufwärts von Chetumal liegt.
Amatitlania : Bezug auf die Typuslokalität der Typusart A. nigrofasciata der Lake Amatitlan in Guatemala
nigrofasciata: lat.= schwarz gebändert, Bezug auf die typische Streifenzeichnung
coatepeque: nach dem Fundort, der Lake Coatepeque in El Salvador
kanna: gr. Riff, Bezug auf einen Vorkommensort, dem Rio Canaveral (frei übersetzt Riffbett- Fluss), Atlantikseite von Panama
siquia: benannt nach dem Fundort, einen kleinen Zufluß zu dem Rio Siquia
Rocio : nach dem Vorname der Ehefrau des Beschreiber (daher weiblich) Das spanische Wort rocio bedeutet Morgentau, Bezug nehmend auf die blauen Glanzflecken einiger Arten dieser Gattung.
octofasciata : lat.= achtfach gebändert, Achtbinden-Buntbarsch
ocotal : benannt nach der Typuslokalität der Laguna Ocotal in Chiapas, Mexiko
gemmata: lat. = mit Edelsteinen versehen, Bezug auf die blauen und grünen Glanzflecke an den Kiemendeckeln
Theraps : gr.:= Diener/Gefolge, vermutlich weil sich halbwüchsige Tiere in den Flüssen als Gruppe (Gefolge) fort bewegen (auch eigene Beobachtung) oder hat der Beschreiber Ähnlichkeiten zu Therapon theraps gesehen und darauf Bezug genommen? Therapon theraps (Cuvier, 1829)
irregularis: engl.= unregelmäßig, Bezug auf das unregelmäßige Zeichnungsmuster
lentiginosus : lat.: sommersprossig, Bezug auf die zahlreichen Flecken am Körper
coeruleus : lat.= blau, Bezug auf die Balzfärbung der Weibchen
Therapon
theraps (Cuvier, 1829)
Thorichthys : gr.= springender Fisch, Bezug auf das beobachtete verhalten der Fische vom Beschreiber
maculipinnis : lat.= gepunktete Flossen, Bezug auf die zahlreichen Punkte in den unpaarigen Flossen
aureus : lat.= golden, Bezug auf die goldene Färbung
affinis : lat.= verwandte, der Beschreiber bezieht sich auf die nahe Verwandtschaft zu Th. aureus
helleri :benannt nach seinen Entdecker Prof. Carl Heller, Heller war Gärtner der königlich kaiserlichen Gartenbaugesellschaft zu Wien und bereiste mit seinem Vater im Auftrage Mittelamerika und machte sich durch die Einsendung von Naturalien verdient.
callolepis : gr. = schöne Schuppen
meeki : zu Ehren des amerikanischen Ichthyologen Seth Eugene Meek (1859-1914)
pasionis : nach den Typusfundort, den Rio de la Passion, Guatemala
socolofi : nach Ross Socolof
Tomocichla: gr.: = ein Stück Lippfisch, Bezug auf die Familie der Lippfische
tuba: lat.: = Rohr, eine Anlehnung an die Körperform die diese Art und Gattung ausmacht
asfraci: benannt nach der französischen Cichliden- Vereinigung ASsociation FRAnce CIchlid
Vieja: span. = Alte, Mutter, Bezug auf die aufopfernde Brutpflege
maculicauda: lat.:= Schanzfleck, mit gefleckten Schwanz
melanurus : gr.: mit Schwarzen Schwanz, Bezug auf das schwarze Band im Schwanzstiel
synspila: gr.: = mit zusammenhängenden Flecken, auch hier ein Bezug auf die schwarzen Flecken im Schanzwurzelstiel
"Cichlasoma" : gr.: = ein Körper wie ein Lippfisch, kichle= Lippfisch; soma=Körper
“Cichlasoma” siboldii Gruppe
siboldii: zu Ehren von Professor von Siebold, ein Kollege des Erstbeschreieber und Autor eines Buches über die Fische Österreichs.
punctatum: lat.: = mit quellenden Punkt
tuyrense: benannt nach dem Fundort, den Rio Tuyra in Panama
“Cichlasoma” salvini Gruppe
salvini: benannt nach seinem Entdecker, Oberst Salvin, ein Sammler zahlreicher Cichliden
“Cichlasoma” urophthalmus Gruppe
urophthalmus: gr.: = mit einem Augenfleck auf dem Schwanzstiel, Bezug auf dieses markante Merkmal dieser Art
“Cichlasoma” bocourti Gruppe
bocourti: zu Ehren des Ichthyologen M.F. Bocourt , der diese Art zuerst sammelte
pearsei: nach den amerikanischen Zoologen Athur Sparry Pearse (1877-1956)
“Cichlasoma” grammodes Gruppe
grammodes: gr.: = mit Linien verbunden, Bezug auf die Wurmlinienzeichnung im Nasen-, und Kiemendeckelbereich
“Cichlasoma” istlanum Gruppe
istlanum: benannt nach seiner Typuslokalität den Rio Ixtla, Morelos
beani : benannt nach Dr. Tarleton Hoffmann Bean, seiner Zeit Direktor des New York Aquarium (1846-1916)
wesseli: benannt nach Rusty Wessel
„Cichlasoma“ heterospilum Gruppe
heterospilum: gr.: = mit unregelmäßigen Flecken, Bezug auf die unregelmäßige schwarze Fleckenzeichnung auf dem Körper
ufermanni: zu Ehren des deutschen Aquarianer Alfred Ufermann (1941-2002)
"C" ufermanni
„Cichlasoma“ regani Gruppe
regani: zu Ehren des bekannten britischen Ichthyologen Charles Tate Regan (1878-1943)
argentea: lat. der Silberne , argentum=Silber, Bezug auf die auffällige silberne Grundfärbung
„Cichlasoma“ calobrense Gruppe
calobrense: benannt nach den Fundort, den Rio Calobre, Panama
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