Projekt Zuchtanlage


Projekt Zuchtanlage

Jeder „Kelleraquarianer“ wird es kennen. Es ist nie genug Platz für die Fische da. Sehr schnell kommt man an seine Grenze und die Becken sind voll. Gerade wenn man auch mal den einen oder anderen Fisch nachziehen möchte. Man braucht Platz wo die Fische wachsen können. Nach der Fertigstellung meines „Fischkellers“ war ich auch erst einmal der Ansicht dass es schon reichen wird. Es gibt bei mir kleine Aquarien (Alugestell), mittlere Aquarien (Eisengestell) und halt die großen Aquarien.  Eigentlich war es so geplant:

Die kleinen Nachzuchten werden zuerst in den kleinen Becken aufgezogen. Wenn sie zu groß für diese Aquarien werden sollten sie in die nächst größeren Aquarien ziehen.  Dort wäre genug Platz um sie auf „Verkaufsgröße“ wachsen zu lassen. So die Theorie. In der Praxis aber sieht es anders aus. Das Alugestell wird ganz nach seinem Bestimmungszweck genutzt. Dort werden tatsächlich Nachzuchten aufgezogen.  Aber bei den nächst größeren Aquarien sieht es schon ganz anders aus. Diese drei Aquarien werden von mir „Zweckentfremdet“.  Anstatt Nachzuchten darin wachsen zu lassen sorgen zurzeit zwei von drei Becken dafür Nachzuchten zu „produzieren“. Sprich darin pflege ich je ein Pärchen von Cichliden die ich so zur Nachzucht bringen möchte. Das Prinzip scheint ja auch zu klappen. Das eine oder andere Paar sorgt schon für Junge. Habe ich aber nun von nur zwei Paaren Nachzuchten komme ich sehr schnell mit meinem Alugestell an meine Grenze. Ich Aquarien mit 50 x 50 cm Grundfläche geben sich die Kleinen wirklich nicht lange zu frieden.  Das habe ich schnell gemerkt.

Ein „Kelleraquarianer“  ist ja eigentlich ständig auf der Suche nach einer Möglichkeit noch weitere Aquarien zu stellen. So auch ich. Und, ich kann es gar nicht glauben, es war meine Frau die vor gewisser Zeit den Platz bereits gefunden hatte. Natürlich konnte ich sie dann, als es soweit war, durch ihre Aussage fest nageln. Es handelt sich um den Raum in dem unsere Heizung seinen Platz hat. Ursprünglich befindet sich dort ein Regal. Darin haben viele Sachen ihren Platz gefunden. Werkzeug, Maschinen, Schrauben, Dübel, Fischfutter usw.. Vielleicht war es die Unordnung die meine Frau dazu bewegt hatte diese Aussage zu tätigen. „Hier könntest du doch auch schön ein paar Aquarien stellen“. Was soll ich sagen? Sie hat Recht. Eine ganze Weile nachdem sie dies gesagt hatte, sie hat es bestimmt schon vergessen, machte ich sie mit „Ihrer“ Idee vertraut.  Und ganz wie sie es von  mir kennt folgen solchen Ideen schnell Taten.

Die Nische hinter der Tür hat ein gutes Maß. Auf einer Grundfläche von 1,30 m x 0,50 m lässt sich bestimmt was machen. Wie soll ich es angehen. Wieder etwas mauern und Vierkant einziehen?  Ehrlich gesagt habe ich dazu, als gestresster Hausrenovierer, keine Lust. Ich schaute mich ein wenig im Internet um. Dort werden immer mal wieder Verkaufsanlagen angeboten. Ich habe festgestellt dass ein Block solch einer Verkaufsanlage sehr oft genau in meine Nische passt. So habe ich relativ wenig Arbeit und die Sache sieht am Ende gut aus. Es dauerte  nicht lange bis ein passendes Teil im Internet angeboten wurde. Schnell machte ich alles klar. Die angebotene Verkaufsanlage besteht aus mehreren Blöcken, aber auch eine Einzelverkauf ist möglich. So machte ich eine Anzahlung auf einen Block. 1,25 m breit, 0,40 m tief und 2,15 m hoch. Alustecksystem. Drei Aquarien von je 1,20 m Länge und jeweils mit einer Scheibe nochmals geteilt. Im hinteren Bereich verläuft eine Verrohrung zum Be,- und Entfüllen der Aquarien.  Für den Kaufpreis von 150 Euro wechselte die Anlage ihrer Besitzer. Knapp 1,5 Stunden Autofahrt eine Strecke ist auch nicht viel. So ist die Anlage zügig in Baunatal angekommen. Der Abbau war relativ leicht. Dank des Aluprofils. Leider mussten wir die Verrohrung etwas schneiden um die Anlage abbauen zu können. Von der Zuleitung ist uns leider auch noch was abgebrochen. Aber alles keine Sachen die ich nicht wieder hin bekommen.  Zu Hause habe ich die Sachen erstmals schön gesäubert.  Das Alugestell ist etwas zu hoch. Ich schneide das Vierkant passend. Die Dinger sind toll. Beleuchtung und weiter Steckdosen sind schon dran. Das ist das Schöne an solchen Anlagen. Mit wenigen Handgriffen ist das Gestell so wie ich es haben möchte.  Die Ablaufverrohrung habe ich weg gelassen. Es ist besser die Aufzuchtbecken mit einer Mulmglocke zu reinigen als mit einem Ablauf. So kann man gezielter die Abfallstoffe der Nachzuchten abziehen. Einen Zulauf finde ich aber recht praktisch. In den Umgang mit PVC-Rohren, Fittings und Kleber bin ich schon geübt. Schnell die fehlenden Teile besorgt und die Rohre passend geschnitten und geklebt.

Bevor das Gestell aber auf seinen Platz kommt heißt es noch viel Arbeit für mich. Schließlich müssen die Sache die sich jetzt noch dort befinden einen anderen Platz finden. Einen Raum weiter, der Tankraum meiner Heizung bietet Platz für zwei Regale. Dort sind die Sachen gut aufgehoben. Auch der Kompressor, welche meinen Fischkeller mit Luft versorgt, muss dort hin. Schnell einen kleinen Wanddurchbruch. Luftleitung und Stromleitung verlängert. Fertig.  Das Gestell kann nun gestellt werden.

Die drei Aquarien sind wirklich in einem „gebrauchten“ Zustand. Einige unschöne Kratzer, die eine oder andere Macke an den Ecken. Na gut. Für 150 Euro ist das in Ordnung. Bei allen drei Aquarien habe ich die Bohrung für den Ablauf zu geklebt. Diese werde ich ja nicht mehr installieren. Bei deinem Aquarium mache ich die Trennscheibe raus. Klebe einen Steg an die Frontscheibe und einen weiteren Steg über die Mitte des Beckens. Alle Becken werden gründlich gereinigt. Vorher war es eine Salzwasseranlage. Die Verschmutzung hielt sich in Grenzen. Mit Essigessenz, Wasser und Schwamm und ab und zu mal ne Klinge ist das relativ schnell erledigt und die Becken können in ihren Bestimmungsort aufgestellt werden.

Schon Tage zuvor habe ich die kleinen Filter in meiner Anlage mitlaufen lassen. So dauert das „Einfahren“ der Aquarien nicht all zu lange. In dem „Heizungsraum“ ist es etwas kälter als im „Fischkeller“  so dass ich einige Heizer installieren muss.  >Für die Luftversorgung sorgt ein separater Kompressor. Auch dieser steht im Nebenraum bei seinen großen Bruder.  Die Anlage wird noch an drei Stellen an der Wand fixiert. Ohne diese „Sicherung“ ist es doch ganz gut am Wackeln.  Die Anlage kann befüllt werden.

Jetzt steht die Anlage schon gut 8 Wochen. Bereits nach 3 Wochen zogen die ersten Pfleglinge ein. Mittlerweile sind drei von fünf Becken besetzt. Die Handhabung mit Wasserwechsel ist relativ einfach und entspricht meiner Vorstellung. Die Blenden der Anlage sind wichtiger Bestandteil und lassen so ein gemütliches Beobachten zu.  Ich bin stolz und erfreue mich dieser neuen Anlage sehr. Sie macht mir Spaß und ich kann mich wiedermal ein weiteres Stück aquaristische entfalten. Ich liebe meine Frau!!

Sicherlich wird dies nicht das Ende sein. Wer weiß was noch so kommt. Vielleicht wechsle ich irgendwann mal auf Gas und die Tanks können raus. Den Rest könnt ihr euch denken.

 

 Drei Aquarien bei der Reinigung

Die Bohrungen der Abläufe habe ich zu geklebt

Das Alugestell bereits gekürzt und auf dem Bestimmungsort.

Detail der Elektrik. Beleuchtung und Steckdosen.

Gesamtansicht

Detail mit Filter

 

Michael Pilack

Februar 2012

 

 

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