Xaver Hofer

Eine Einladung zum Treffen der IAG (Interessengemeinschaft Amerikanischer Großcichliden) nahm ich zum Anlass die rund 500 Kilometer in den Ostallgäu zu fahren um dort ein schönes (Fisch)-Wochenende mit meiner Frau zu verbringen.
Für dieses Wochenende standen 3 Aktionen auf dem Plan. 1. Besuch bei Xaver Hofer
2. Besuch bei Christian Hofer
3. Besuch der IAG-Veranstalltung
Von Punkt 1 möchte ich nun hier berichten. Über Punkt 2 und 3 berichte ich an anderer Stelle.
Nach knapp 6 stündiger Fahrt ( mit Pause) sind wir Kaufbeuren angekommen und haben zunächst unser gebuchtes Doppelzimmer in einem gemütlichen Gasthof bezogen. Ohne viel Zeit zu verlieren ging es auch gleich auf die Suche nach Xafer Hofer.
Dort wurden wir dann sehr freundlich von Renate und Xaver mit Kaffee und Kuchen begrüßt. Aber es hielt mich nicht lange am Kaffeetisch und ich machte mich auf mir die Becken von Xaver anzuschauen. Xaver hat die Becken in seinem Haus auf 3 Räumlichkeiten aufgeteilt.
Raum 1. 
Hier befinden sich gleich 7 Aquarien. Drei davon übereinander. Im obersten
Becken eine Gruppe Geophagus altifrons "Tocantins" mit 15 bis 20 cm.
Das Becken ist mit feinem Bodengrund und viel Holz erdfressertypisch
eingerichtet. In der Mitte ein mit mittleren Kieseln, feinem Sand , einigen
Steinplatten und schönen Wurzeln eingerichtetes Becken. Das Becken teilten sich
ein Paar Caquetaia spectabilis mit einem Paar Caquetaia kraussii. Die beiden
Paare und das wunderschöne Aquarium geben ein tolles Bild ab. Das dritte und
unterste Becken , eingerichtet mit Kies, Steinen und Wurzeln wurde das neue
Zuhause einer Gruppe junger Nandopsis haitiensis. Ich bin mir sicher, das sie
sich darin Wohlfühlen werden und wünsche Xaver viel Glück mit der Pflege.
Alle drei Becken haben die gleiche Länge. Lediglich die Tiefe variiert. Von oben nach unten werden die Becken immer tiefer. So stehen die jeweiligen Becken etwas vor und erleichtern so ein hantieren in den Aquarien.
Das nächste Becken ist ein gemauertes Becken mit einer eingesetzten
Glasscheibe. Die raumhafte Tiefe von 1,30 Meter hat Xaver mit riesigen
Felsbrocken und großen Holzstücken phantastisch in Szene gesetzt in dem
Becken schwimmen Pfleglinge die in ihrer Haltung als schwierig einzustufen sind.
Da wären ein Paar Tomocichla asfraci. Diese Art ist zur zeit ziemlich gesucht in
Deutschland und nur wenigen Pflegern gelingt eine Haltung, ganz zu schweigen von
einer Fortpflanzung. Leider handelt es sich bei asfraci um scheue und
zurückhaltende Fische, so das es mir nicht gelang ein Bild von ihnen zu machen.
Anders dagegen Theraps irregularis. Ich hab selten ein Paar in dieser tollen
Konstitution gesehen. Es sind kaum Flossenschäden zu erkennen, was eigentlich
bei irregularis unvermeidbar ist. Theraps irregularis ist für mich einer der
farbenprächtigsten Cichliden. Leider hab ich sie selbst noch nicht gepflegt.
Weiter Mitbewohner sind eine Gruppe Astatheros nourissati und eine Gruppe
Tomocichla tuba. Letztere sind auch wenig verbreitet in Deutschland.
Den Platz über dem gemauerten Becken lässt Xaver nicht ungenutzt. Rechts und Links stehet jeweils noch ein Becken. In den einem pflegt er Rotrücken-Scalare und das andere dient zur Aufzucht. Genau wie das Becken, welches noch am Boden steht. Noch erwähnen muss ich die "Aufzuchtanlage" direkt über der Tür. Kein Platz bleibt ungenutzt.
Raum 2.
Auch dieser Raum befindet sich in der unteren Etage des Hauses. Es sind 4
Aquarien darin aufgestellt. Den Mittelpunkt des Raumes bildet ohne Zweifel ein
3,20 Meter langes Aquarium.

Ich hab mal irgendwo einen Bericht von Xaver gelesen, ich weiß nicht mehr ob
es um Vieja melanurus oder Vieja synspila ging, in dem er von einer gemeinsamen
Pflege beider Arten in einem Becken abriet. Was macht Xaver? Richtig, er pflegt
beide Arten zusammen. Natürlich ist Xaver erfahren und verantwortungsvoll genug,
um eine Kreuzung zu vermeiden. Dies ist nicht in seinem Sinne. Aber in seinem
Becken gab es diesbezüglich noch keine Probleme. Auf jeden Fall eine gute
Gelegenheit beide Arten einmal direkt zu bestaunen und zu unterscheiden, was ja
bisweilen gar nicht so einfach ist. Sein Vieja melanurus-Paar ist ein Traum. Neben
melanurus und synspila schwimmen noch "Cichlasoma" pearsei und Hypsophrys
nicaraguensis in dem großen Be
cken.
Ein Pearsei-Weibchen führte gerade Junge. Xaver zeigte mir in einem
Aufzuchtbecken einen Pulk Jungfische mit der Bemerkung, das er Pearsei
immer vorrätig haben wird. In dem Aufzuchtbecken darüber befinden sich
Nachzuchten von "Aequidens" rivulatus und in dem Aufzuchtbecken an Boden
schwimmen Herichthys cyanoguttatus zusammen mit Nachzuchten von Hypsophrys
nicaraguensis.
Der dritte und letzte Aquarienraum von Xaver ist das Wohnzimmer in der oberen
Etage mit einem Becken. Das Aquarium hat eine Länge von 2,50 Meter und ist, wie
es sich für eine Wohnzimmerbecken gehört, wunderschön mit Holz verkleidet.

In dem Becken ist mir sofort ein stattliches Männchen Hypsophrys nicaraguensis ins Auge gefallen. So hab ich sie noch nie gesehen. Es ist ca. 25 cm groß und zu seinem imposanten Erscheinen kommt noch ein phantastisches Kopfprofil. Wer dieses Tier gesehen hat, wird sich immer Nicaraguensis in seinen Becken wünschen. Weiterhin schwimmen Vieja synspila, "Cichlasoma" bocourti und Astatheros(?) rostratus in diesen sehr geschmackvollen und praktisch eingerichtete Aquarium.
Nach einem köstlichen Abendessen und noch dem einen oder anderen Bier haben wir und dann spät am Abend von Renate und Xaver Hofer verabschiedet. Ich möchte auch auf diesem Weg nochmals Danke sagen und hoffe das ich noch öfters das Vergnügen haben werde in der Bergmangstrasse 1 in Ruderatshofen einzukehren.
Hier nun noch einige Bilder:
Theraps irregularis
Caquetaia spectabilis
Vieja melanurus
"Cichlasoma"
pearsei / Vieja synspila
Aufzuchtbecken mit H. cyanoguttatus

Hypsophrys nicaraguensis
"C". bocourti
Astatheros(?) rostratus
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