Emil Adolf Roßmäßler

Roßmäßler wird, nicht ohne Grund, als der Urvater der deutschen Aquaristik bezeichnet. War er doch 1856 der Verfasser eines Berichtes in der Familienzeitschrift " Die Gartenlaube" der sich mit der Herstellung, Einrichtung und Pflege eines Aquariums befasste. "Der See im Glase" lautete die Überschrift und sorgte im Volke für viel Aufsehen. Um den vielen Nachfragen der Bevölkerung gerecht zu werden brachte Roßmäßler bereits ein Jahr später (1857) sein kleines Werk " Das Süßwasser-Aquarium" heraus. Mehrer Auflagen folgten. Die Zweite jedoch schon nach dem Tode von Roßmäßler. Herausgebracht und überarbeitet von Alfred Brehm (Brehms Tierleben) mit dem Roßmäßler zu Lebenszeit eng zusammen arbeitete.

Emil Adolf Roßmäßler wurde am 3.März 1806 in Leipzig geboren. Sein Vater hatte den Beruf des Kupferstechers. Von ihm muß Roßmäßler die künstlerische Begabung geerbt haben. Mit 12 Jahren besuchte er ein Gymnasium in Leipzig. Bereits dort konnte der formale naturkundliche Unterricht seinen Wissensdurst nicht stillen. Sehr früh, mit 15 Jahren, verlor er seinen Vater, mit 18 Jahren bereits seine Mutter. Ihr Wunsch war es dann auch, das Roßmäßler 1825 eine Universität bezieht um Theologie zu studieren. Aus Mangel an Interesse an Theologie besuchte er lieber medizinische und botanische Vorlesungen. Sein Studium auf botanischem Gebiet zahlte sich schon bald aus. Ein einflussreicher Professor beschaffte Roßmäßler ein Lehramt auf der Forsthochschule in Tharandt. Dort befasste er sich mit Insekten und Mollusken. Dies brachte ihm 1830, im Alter von 24 Jahren, seine Professur in Zoologie ein. 1834 erschien sein erstes forstwissenschaftliche Buch über Forstinsekten und 1835 ein Buch über europäische Mollusken.
Emil Adolf Roßmäßler hatte neben seinem naturkundlichen Interessen auch ein sehr bewegtes politisches Leben. Er schaffte es bis ins Frankfurter Parlament. Hier war er Mitglied des Schulausschusses und setzte sich stark für einen allgemeinen Schulunterricht ein. Dieser sollte es ermöglichen alle Schichten der Bevölkerung zu unterrichten. Seine politische Gesinnung machte ihm wenig Freunde, er wurde nicht selten schikaniert und verfolgt. Dennoch blieb er seinen Prinzipien treu. Ab 1850 arbeitet Roßmäßler als freier naturwissenschaftlicher Schriftsteller. In seinen vielen Vorträgen, Berichten, Aufsätzen und Veröffentlichungen versuchte er , nicht zu letzt durch seine offene, einfache, dem Volk verständliche Art, die Wissenschaft dem Volke nahe zu bringen. Es war ihm viel daran gelegen, dem Volk viel über die Natur und deren Zusammenhänge bei zu bringen um dem Volk einen Sinn und ein Gespür für die Natur zu vermitteln.
Mit "Der See im Glase" und seinem folgenden Buch zeigte Emil Adolf Roßmäßler einen Weg wie sich jedermann etwas Natur in die vier Wände holen kann um sie zu beobachten, zu verstehen und daraus zu lernen. Auf ihm baut sich die Geschichte der deutsche Aquaristik auf. Es werden noch viele große und bekannte Namen folgen. Seiner wird immer am Anfang stehen.
Emil Adolf Roßmäßler verstirbt am 9. April 1867 in Leipzig.

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