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Arbeiten zum Vergnügen


oder


Warum buddeln unsere Cichliden


Die meisten unsere Buntbarsche wühlen und buddeln. Sie gestalten nicht selten das gesamte Aquarium um. Warum tun sie dies eigentlich? Dieser Frage gehe ich hier mal nach. Bei der Einrichtung eines Aquariums gibt es recht viel zu beachten. Neben den Aspekt des eigenen Geschmackes darf man natürlich den Aspekt der Sicherheit nicht vernachlässigen. Sicherheit für Glas, aber auch für die Fische. Warum sage ich das? Ganz einfach, weil unsere Cichliden wahre Baumeister sind. Die Eigenschaft den Bodengrund um zu verlagern ist für einige Pfleger ein Punkt diese Tiere erst gar nicht zu halten. Oder diese dem Pfleger vorher nicht beachtete Eigenschaft führt zu Verärgerung und Enttäuschung. Aber dieses Verhalten gehört zu den Buntbarschen einfach dazu. Gehen wir die Sache mal der Reihe nach an. Wann beginnt der Buntbarsch mit dem buddeln.? Man pflegt eine Gruppe oder ein Paar bereits eine ganze Zeit lang ohne Anzeichen den Bodengrund um zu gestallten. Sie gehen ihren normalen Aquarienalltag nach. Sie sind auf der Suche nach Fressbaren, sie schwimmen gemeinsam durch das Wasser, ab und an kommt es zu einem Kräftevergleich. Also alles ganz normal. Doch plötzlich kippt die Stimmung. Der Kräftevergleich nimmt an Intensität zu, vielleicht ändern sich auch die Farben der Buntbarsche dabei. Sie werden geschlechtlich aktiv. Wer dabei den Anfang macht spielt keine Rolle. Es kann sowohl ein Weibchen sein oder das Männchen sucht den näheren Kontakt zum Partner. In den meisten Fällen aber geht es von dem Männchen aus. Das Männchen stellt sich vor das Weibchen und beginnt kräftig mit dem Schwanz zu schlagen. Kopfnicken, die Flossen abspreizen, mit dem Maul anstoßen bis hin zu einem Maulzerren gehört das alles zu der Balz. Zeitgleich wird nach einem geeigneten Platz Ausschau gehalten. Ein Platz für die Eiablage. Das ist jetzt der Zeitpunkt wo die Cichliden anfangen mit dem Maul den Bodengrund von einer Stelle zu einer anderen Stelle zu befördern. Dabei wird der Sand oder Kies mit dem Maule weggeschoben. Die Steine werden regelrecht ausgespuckt und zwar so, dass es jeder, und vor allem der Partner, sehen kann. Mit den ausspucken der Steine, so finde ich, wird ein Signal ausgesendet. „Sieh her, hier bin ich, sieh was ich für dich mache“. Umso größer die Steine, umso größer die aufgehäuften Hügel, umso aufmerksamer „MUSS“ der Partner werden. Gleichzeitig wird hier natürlich auch eine Fläche freigeräumt die sich als Eiablageort eigenen könnte. So kann es durchaus auch dazu kommen, mehrere Bereiche „frei zuräumen“. Schließlich möchte man ja auch eine Auswahl haben. 
So kann es natürlich vorkommen, nein, so kommt es natürlich vor, dass Steine, Steinaufbauten und Holzwurzeln unterhöhlt werden. 

Mobirise

Hier kommt jetzt der zuvor genannte Aspekt der Sicherheit zum Tragen. Einstürzende Steinaufbauten können eine Gefahr werden. Gefahr nicht nur für die Fische, auch an das Aquarienglas ist natürlich zu denken. Mir persönlich ist dahingehen aber noch nie etwas passiert. Auch habe ich von noch keinem Schaden gehört, welcher auf einstürzende Steine zurück zu führen wäre. Man muss es unbedingt im Auge behalten. Aber eingeklemmt Fische hatte ich schon zu verzeichnen. Vor allem ist da auf Harnischwelse zu achten, welchen es dann doch nicht immer gelingt sich schnell genug in Sicherheit zu bringen, oder durch Steine diese in ihren Höhlen und Unterständen keine Möglichkeit mehr haben frei zu kommen. Bemerkt man den eingesperrten oder eingeklemmten Fisch nicht in einem gewissen Zeitraum, führt die unweigerlich zum Tode. 
Kommt es dann endlich zu einer Eiablage unseren Paares, haben Glas und Tiere dies wohl gut überstanden. Aber dies ist nur der erste Teil. Es geht weiter mit dem buddeln. Noch während die Eier auf dem Substrat einen Schlupf entgegen reifen, werden die sogenannten Laichgruben weiter ausgebuddelt. In diese werden dann die frisch geschlüpften Larven gebettet. Noch völlig schwimmunfähig zappeln sie dann mal in dieser Grube und mal in einer anderen Grube. Sie werden also umgebettet, was natürlich heißt, es gibt der Gruben gleich mehrere. So setzen sich die Umbauarbeiten fort bis die Kleinen in einen Schwarm aufschwimmen und gemeinsam das Aquarium erkunden. Zur Nacht und bei Gefahr werden die Nachzuchten noch solange sie es mit sich machen lassen in die Gruben verfrachtet. Aber irgendwann ist dies dann auch beendet und somit auch die baulichen Tätigkeiten. Aber die nächste Balz kommt bestimmt. 
Pflanzen haben bei derart Unternehmungen natürlich auch recht schlechte Karten. Die Wurzeln werden freigelegt und nicht selten treibt die gesamte Pflanze im Anschluss an der Wasseroberfläche. Auch dies ist natürlich ein negativer Nebeneffekt. 
Es ist mir verständlich, dass nicht jeder solche Aktionen schön findet. Ich verstehe aber nicht, wenn ein Pfleger sich damit überrascht fühlt. Das ist ein Zeichen dafür, dass sich nicht ausreichend Informationen im Vorfeld beschafft worden sind. Ein paar grundlegende Informationen seiner Pfleglinge sollte man besitzen und die hier beschriebene Eigenschaft gehört dazu. Sie gehört zu der Lebensweise der Fische. Es ist ein völlig normales und natürliches Verhalten. Es ist ein Bestreben seinen Tieren die Möglichkeit zu gestatten sich so natürlich wie möglich entfalten zu können. 
Wer dieses Verhalten nicht möchte, darf sich solche Fische nicht anschaffen. Wer mit diesen Eigenschaften leben kann, wird lernen damit umzugehen. Richtige Steine, entsprechen aufgebaut, Pflanzen mit entsprechenden Bedacht gesetzt. Es ist alles Machbar. Wer mit dieser Eigenschaft zurechtkommt wird ein natürliche Verhalten seiner Cichliden beobachten können. Das ist es doch was unser Hobby ausmachen sollte.
Mit diesen Worten möchte ich den Beitrag beenden. Das auftürmen des Bodengrundes wird leider viel zu oft als ein Nachteil unserer Cichliden bezeichnet. Es darf und sollte aber nicht als ein solcher gesehen werden. Es obliegt jedem verantwortungsbewussten Aquarianer selber wie er mit angeblich schlechten Eigenschaften umgeht. Davon haben Buntbarsche ja noch mehr zu bieten. Es ist doch eigentlich naheliegend, dass der Pfleger sich an die Bedürfnisse seiner Fische richtet und nicht der Fisch sich an für ihn unnatürliche Sachen gewöhnen soll. Das wird nicht funktionieren. 


Michael Pilack 2020 © 

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