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Filter mit Luftheber – Auch für größere Aquarien

Michael Pilack 2010

Nach jahrelanger „Wohnzimmeraquaristik“ ergab sich irgendwann die Gelegenheit eines Fischkellers. Nun hat man bekanntlich in solch einem Fischraum gleich mehrer Aquarien stehen und schon tun sich gleich mehrer Probleme auf. Mehr Aquarien, das bedeute mehr Wasser. Viel Wasser bedeutet viel Reinigung desselben. Nun schicken wir Aquarieaner unser Wasser durch verschieden Filter mit verschiedenen Medien und Methoden. Der Zweck allerdings ist immer der gleiche. Unser Wasser muß gereinigt, gefiltert werden. Neben der Filterung des Wassers übernimmt ein Filter nebenbei auch noch eine wichtige Aufgabe. Durch die Ansammlung verschiedenster Bakterien hält ein Filter unser Aquarium in einem biologischen Gleichgewicht.

Für meinen Fischraum habe ich mich für eine Filterung mit Hilfe von Luft entschieden. Filtern mit Luft? Klar, man kennt die kleinen Filter für Aufzuchtbecken. Die L-förmigen Teile mit einen oder zwei Schwämmen. Diese leisten hervorragende arbeit. Allerdings nur in kleinen Aquarien. Behälter für unsere Nachzuchten. Aber für große Aquarien? Ich sage nur Hamburger Mattenfilter, oder kurz HMF. Mit diesem Filter ist es möglich auch große Aquarien erfolgreich zu filtern. Es gibt verschieden Möglichkeiten seines Einsatzes. Ich möchte hier nur skizzenhaft ein paar Beispiele wieder geben.

Mobirise
Mobirise

Eine Vielzahl aufmerksamer Mitbewohner erkannten die Marktlücke und es kamen eine Vielzahl der verschiedensten Typen auf den Markt.

Mobirise

Ich denke hier sagen zu dürfen, dass die Filter allesamt wunderbare arbeit leisten. Ein blauer Schaumstoff in Verbindung mit einer gewissen Anzahl an Luftheber. 

Mobirise

Einfach und Genial

Klar, dass mich dieses Prinzip begeistert.
Ich verwendete lange den blauen Schaumstoff als Filtermedium. Er bietet sich ja, bedingt durch seine verschieden erhältlichen Poren, wunderbar an. Allerdings saugte bisher eine Pumpe das Wasser durch die blauen Poren wieder zurück ins Aquarium. Mein erstes 3-Meter Aquarium war so bestückt.
3,00 x 0,7 x 0,6 m gefiltert über blauen Schaumstoff mit Hilfe zweier PowerHeads

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Zwei PowerHeads sorgten für den nötigen Durchfluss. Dann waren da aber noch weiter Aquarien zu filtern. In jedem war wenigsten je eine Pumpe. So bin ich schnell auf eine stattliche Anzahl verschiedenster Pumpen gekommen. Irgendwann, mein Keller war mit Verlängerungskabeln und Dreiersteckern voll, beschloss ich auf Luft umzusteigen. Inspiriert von anderen Aquarianern machte ich mich dran eine Ringleitung durch den Kellerraum zu legen. Diese mit einigen Abgängen zu versehen und meine Anlage Stück für Stück auf Luft umzurüsten.

So können z.B. Abgänge von einer Ringleitung aussehen

So bin ich bis heute dieses Prinzip treu geblieben. Aber wie sieht so ein Filter bei mir nun aus? Ich habe im Lauf der Zeit mit zwei Filtersystemen gearbeitet. Einmal den Einkammer-Filter und dann noch den Dreikammer-Filter.

Der Einkammer-Filter:

Wichtigstes Bauteil von diesem Filter ist die Filterscheibe. Diese Scheibe so an eine Stelle im Aquarium geklebt ergibt eine Kammer.

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Für größere Aquarien sind natürlich mehrer Luftheber nötig. Möchte man bei einem Filter, welcher mit einer Pumpe betrieben wird den Durchfluss erhöhen, bestückt man diesen Filter mit einer leistungsstärkeren Pumpe. Bei den Lufthebern erreicht man dies indem man die Anzahl der Heber erhöht. Eine Faustformel dafür könnte z.B. sein:

Aquarien bis 1,00 Meter = 1 Luftheber

Aquarien bis 2,00 Meter = 2 Luftheber

Aquarien über 2,00 Meter mit 3- 5 Luftheber

Abhängig davon ist natürlich auch immer die Tiefe eines Aquariums. Mehrer Luftheber nebeneinander nehmen entsprechend Platz ein.

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Bei dem Einkammer-Filter befinden sich also die Filtermedien und die Heber in einer Kammer. Dazu darf man aber nicht den Sog der Heber unterschätzen und muss das verschieben der Filtermatte zu den Hebern verhindern. Dies tut bei mir eine Konstruktion aus Glasstreifen die zwischen den Hebern und den Filtermatten geklebt wird.
Glasstreifen zuvor geklebt, so eingestellt/geklebt verhindern das Verschieben der Matten Richtung Luftheber

Fertig ist der Filter. Hier mit 4 Luftheber aus 40 mm PVC für mein 2200 Liter Aquarium.

Baugleicher Filter für 1350 Liter. Aquariumhöhe 50 cm

Mein Luftheber besteht im Grunde aus 4 Teilen

1. Ein PVC-Rohr

2. einen 90° Bogen

3. einen Übergangsmuffennippel (Muffe/Klebestutzen x AG)

und

4. die Kontermutter um den Heber an der Filterscheibe/Bohrung zu fixieren.

Im unteren Bereich des Rohres wird ein kleines Loch gebohrt, in dem ein Röhrchen 4-5 mm passt. Nicht 90° vom Rohr aus bohren sondern etwas steiler, da sonst das Rohr zu stark abgeknickt wird. So steckt man also das grüne Röhrchen in die Bohrung und drückt es vorsichtig an das Rohr. Auf das Rohr steckt man dann ein Stück handelsüblichen grünen Schlauch. Das Stück sollte etwas länger gehalten werden als der Luftheber hoch ist. An das Ende des Schlauches dann noch ein Verbinder an dem wiederum der Heber an einen Luftschlauch angeschlossen werden kann.



Die Luftheber werden mit dem Gewinde der Nippel durch die Bohrung in der Filterscheibe gesteckt und mit der Kontermutter festgezogen.
Nimmt man an Stelle einer Kontermutter eine Muffe mit passendem Innengewinde so kann man an den Luftheber weiter Formteile/Fittings anschließen. So mache ich zum Beispiel an den ersten Luftheber von vorne in der Regel immer noch mal einen 45° Bogen. Damit leite ich die Oberflächenströmung des ersten Hebers in Richtung Frontscheibe. So verhindere ich fast erfolgreich, dass Futtersticks die auf der Oberfläche treiben sofort in den Filter gesaugt werden. Achtung. Die Bohrungen an den Filterscheiben für 32er Rohr beträgt 40 mm und für 40er Rohr 45 mm. Nicht zu groß bohren lassen. Zu viel Spiel. Wenn es Eng wird kann man an dem Gewinde der Nippel die letzten 3-4 Gewindezüge etwas abschleifen (dort wo zum Schluss die Filterscheibe sitzt).

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Nun habe ich schon geschrieben, dass ich Filtermatten verwende. Dabei handelt es sich nicht um die blauen (oder grünen) Schwämme sondern um so genannte Japanmatten. Diese findet vorwiegend im Teich-, bzw. Koibereich ihre Verwendung. Diese haben für mich den Vorteil, dass sie auf Grund ihrer groben Struktur einen großen Durchfluss gewährleisten und trotzdem sehr gute Filtereigenschaften beweisen. Auf Grund ihrer Stärke von nur 4 cm muss man mehrere Matten hintereinander stellen. Ist der Filter einmal eingefahren, leisten bereits drei hintereinander gestellte Matten vorzeigbare arbeit. Natürlich sammelt sich in der ersten Matte der meiste Schmutz und an dieser Matte siedeln auch die meisten Bakterien. Ein regelmäßiges reinigen der ersten Matte befreit sie schnell wieder von dem Schmutz. Aber auch wichtige Bakterien verschwinden. Keine Panik. In den darauf folgenden Matten haben sich natürlich auch noch Bakterien angesiedelt so dass immer genügend da sind. Stellt man die erste Matte nach ihrer Reinigung wieder rein wird sie zügig wieder von unseren kleinen Helfern besiedelt. Irgendwann aber wird das reinigen der ersten Matte nicht mehr genügen. In den Filtermatten hat sich viel Schmutz angesammelt. Bei den blauen Filtermatten kann man den Grad der Verschmutzung ganz gut erkennen und der Wasserstand im Bereich der Luftheber ist sichtlich gesunken. Es ist Zeit für eine Komplettreinigung. Hier erkennt man wieder einen Vorteil der Japanmatte. Sie lässt sich wunderbar reinigen. Unter fließend Wasser und etwas schütteln ist sie schnell wieder sauber. Kann man dazu in einen Garten gehen und einen Wasserschlauch mit Gardenapistole verwenden ist das optimal, in der Badewanne geht es aber auch. Aber alles wieder sauber machen bevor die Frau etwas mitbekommt. Übrigens lassen sich die Japanmatten mit Hilfe eines Winkelschleifers wunderbar auf Maß schneiden.
Bei der Aktion die Matten aus dem Aquarium zu tun, tut sich ein Problem auf. Bei dem herausziehen der Matte aus dem Wasser fließt das schmutzige Wasser aus der Matte wieder in das Aquarium. Ein schnelles Vorgehen verhindert dabei Schlimmeres. Dem etwas entgegen zu wirken sollte man einen Ablauf im Bereich der Filterkammer mit einplanen. Ideal ist der Ablauf natürlich in der Filterkammer. Durch den Abfluß des Wassers entsteht natürlich ein Sog. Dieser Sog sorgt dann dafür, dass der entstehende Schmutz bei dem entfernen der Matten zuerst wieder mit abließt. Natürlich hat man nicht immer die Möglichkeit eine Bohrung in der Filterkammer zu platzieren. Diese habe ich natürlich auch nicht immer. Aber dann versuche ich die Bohrung so nah wie möglich an den Matten zu positionieren. Bei mir ist das zum Beispiel im vorderen Bereich der Kammer.

Schneiden von Koi-Matten

Gedanken zu dem Dreikammer-Filter.

Das Filterprinzip hier ist natürlich wieder das gleiche. Der Unterschied hierbei ist natürlich die Anzahl der Kammern.

Einzig und alleine die Reinigung der Filtermatten war der Grund es mit einem Dreikammerfilter aus zu probieren. Und vorab. Es ist für mich das beste System. Kammer 1 dient dem Zulauf. In Kammer 2 befindet sich das Filtermedium, in Kammer 3 die Luftheber. Bei einem Wasserwechsel senkt sich bekanntlich der Wasserstand im Aquarium. Sinkt das Wasser nun so viel, dass der Wasserstand unterhalb der Trennscheibe von Kammer 1 und 2 liegt, ist Kammer 2 und 3 nun vom Rest abgetrennt. Man kann nun die Filtermatten aus Kammer 2 heraus nehmen. Das schmutzige Wasser bleibt in Kammer 2 und 3. Will man den Filter perfekt haben, hat man einen weitern Ablauf in Kammer 2 oder 3. Durch diesen Ablauf lässt man das schmutzige Wasser ab. Fertig. Aber diesen Ablauf hatte ich nie. Ist aber auch nicht schlimm. Mit Hilfe eines Schlauches, und einem kräftigen Zug an diesem, lässt man die beiden Kammern leer laufen. Beim Leerlaufen der Kammer habe ich die Filtermatten in der Kammer ordentlich geschüttelt. Dies hat meist schon gereicht um sie zu reinigen. Ab und an nahm ich sie dennoch raus und unterzog sie eine gründliche Reinigung. An dieser Stelle wird sicherlich oft gesagt ´Wasserwechsel und Filterreinigung nicht zusammen´. Ich habe diesbezüglich bisher noch nichts Negatives festgestellt.

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2,30 x 0,70 x 0,60m mit eingebauten 3-Kammer-Filter. Ich habe dafür 4 Luftheber verwendet

2,00 x 0,80 x 0,70m, drei Luftheber. Schön zu sehen der Dreikammer-Filter

So filtere ich zu meiner Zufriedenheit

meinen kleinen Fischkeller mit Luft. Sicherlich scheint einem das blubbern im ersten Moment befremdend. Schnell aber hat man sich daran gewöhnt und bemerkt es eigentlich nicht mehr. Um den Lärm dennoch etwas einzugrenzen verwende ich den großen Aquarien keine Luftheber aus 32 mm PVC sondern es kommen Luftheber aus 40 mm PVC zum Einsatz. Der größere Querschnitt sorgt schon für ein etwas ruhigeres laufen.

Eine weitere Möglichkeit etwas Ruhe in das Geblubbere zu bekommen ist, wenn man die Bohrungen in der Filterscheibe schon so hoch wie möglich vorsieht. Befindet sich der Auslauf unterhalb der Wasseroberfläche, so steigt die Luft lautstark blubbert an die Oberfläche. Ist der Auslass aber etwas unterhalb des Wasserspiegels verlässt die Luft den Heber über der Oberfläche und lediglich das mitgezogene Wasser strömt ruhig zurück in das Aquarium. Auch die Wahl eines Bogens anstelle eines Winkels für die Herstellung eines Lufthebers wirkt sich auf den Geräuschpegel aus. Zudem hat ein Bogen den Vorteil eines geringeren Widerstandes im Bereich der Richtungsänderung. In einem Winkel kommt es zu einer Wirbelbildung die wiederum zu einem Leistungsverlust führt.


Mobirise

Ein absolut großer Vorteil

solcher Luftheber ist die Bewegung der Wasseroberfläche. Durch die gute Bewegung der Oberfläche kann sich das Wasser mit mehr Sauerstoff anreichern. Auch habe ich im laufe der Zeit festgestellt, dass so gefilterte Aquarien immer etwas klareres Wasser aufweisen als Aquarien die mit Hilfe von Pumpen betrieben werden.

Das sehe ich an meinem Wohnzimmeraquarium. Dieses wird auch über einen Einkammer-Filter gefüllt mit Japanmatten gefiltert. Allerdings sorgt hier eine Pumpe mit 1000 Liter/Stunde für die nötige Wasserumwälzung. Einzig und alleine weil ich, und natürlich der Rest der Familie, im Wohnzimmer kein Geblubbere haben möchten. Obwohl meine Luftheber im großen Kelleraquarium bestimmt auch an die 1000 Liter/Stunde kommen ziehen sie das Wasser ruhiger durch das Filtermedium. So kommt es, scheint es mir jedenfalls, zu etwas klareren Wasser.

Hier sieht man die Durchführung durch die Bodenscheibe kurz vor den Matten direkt im Filter.

Mein Einkammer-Filter vom Wohnzimmeraquarium. 

Dieses 8 Meter lange und 1,50m tiefe Aquarium für Großcichliden meines Freundes wird mit Luft gefiltert!!

Dazu hat Wolfgang 10 Luftheber erfolgreich installiert


Für das betreiben einer Ringleitung für Luftfilterung ist es unumgänglich einen leistungsstarken Kompressor zu verwenden. Ein Gerät auf welches man sich verlassen muß. Da sollte der Preis zweitrangig sein, auch für das Ersatzgerät. Eine komplette Garnitur Ersatzmembranen und Verschleißteile sollte man unbedingt parat haben. Mein Kompressor hat Platz in einem Nebenraum gefunden. Dort befindet er sich ziemlich weit oben und ist mit Schlauch und Schellen an die Ringleitung angeschlossen. Bei der Ausführung meines Fischraumes habe ich eine Extra Stromleitung für die Luft eingeplant. Diese läuft über eine eigene Sicherung welche nicht am FI angeschlossen wurde. Eine Vorsichtsmaßnahme die vielleicht einmal das Leben meiner Pfleglinge retten könnte. Ohne Licht und Heizung wird es schon mal einen Tag gehen, aber Luft muß laufen.
 
Meine mittleren Aufzuchtbecken habe ich ebenfalls je mit einem Einkammer-Filter ausgestattet. Für diese habe ich 32er PVC-Rohre verwendet. Meine kleinen Aufzuchtbecken sind mit kleinen Innenfiltern bestückt. Alles über eine Luftleitung. An ein paar Reserveabgänge aus der Leitung habe ich auch gedacht. Vielleicht muß man ja mal ein Ersatzbecken stellen oder ein paar Eimer mit Luft versorgen.

Anno 2010

Mein Kompressor filtert mit 80 Watt rund 5000 Liter Aquariumwasser

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34225 Baunatal 
Grüner Weg 33 B