web templates free download

Mein Keller

Michael Pilack 1998-2004

Der Anfang  Nach unserm Umzug im Sommer´ 98 zogen all meine Fische in den Keller. Leider mussten die Becken den Einrichtungsvorstellungen meiner Frau weichen. Dagegen bin ich machtlos. Aber eigentlich war ich ganz froh. Hatte ich doch so die Möglichkeit mich zu Vergrößern. So konnte ich anstelle von 2 Becken 4 Becken stellen und noch einige "blubbernde" Aufzuchtbecken.

Der Kellerraum schien erst nicht ideal für einen Fischkeller. Er hat kein Fenster, keinen direkten Wasseranschluss sowie keinen Ablauf. Dennoch wollte ich es mir dort richtig schön machen. Da ich zur Miete wohne, habe ich mir vom Vermieter erst einmal eine Genehmigung eingeholt, dazu musste ich nachweisen das ich eine Haftpflichtversicherung habe, die Schäden gegenüber Dritter durch auslaufendes Aquarienwasser abdeckt. Aber solch eine Versicherung ist wohl ein Muss für etwas größere Aquarien oder gar Anlagen in einem Mietshaus. Und es kann ja immer mal etwas passieren. Ich jedenfalls habe schon von Anfang an eine VDA-Haftpflichtversicherung über die Versicherungsstelle der DCG, welche natürlich über jede Veränderung und Vergrößerung benachrichtigt wird.


Der Kellerraum   Der Raum wurde rund herum mit Styropor verkleidet. Zuerst wollte ich die Styroporplatten mit Hilfe von Kleber an der Wand befestigen. Allerdings handelt es sich bei dieser Methode um eine wirklich dauerhafte Verbindung. Dies sollte man bei Mietsräumen vermeiden, denn bei einem möglichen Auszug hat man Schwierigkeiten den Urzustand wieder herzustellen. Also dübelte ich Dachlatten mit drei bis vier Schrauben pro Latte in einen Abstand von 49 cm horizontal an die Wand. Styroporplatten haben Standardmaße ( 100 cm x 50 cm ), die Stärke ist von 0,5 cm bis über 10 cm zu erhalten. Ich klemmte also einfach 3 cm starke Platten zwischen die Holzlatten. Bei der zweiten Schicht ( auch 3 cm stark ) klebte ich dann die Platte mit Styroporkleber auf die erste. Dieses Verfahren ermöglicht eine absolut rückstandsfreie Wiederherstellung der Kellerwände. Nur genügend Gelbe Säcke muss man sich besorgen, um den Unmengen Styropor Herr zu werden. Auch die Decke wurde so isoliert, allerdings nur 3 cm stark. In dem so isolierten Raum kommt man schon beim zuschneiden von Styropor ins schwitzen. Mit den Abmessungen von 3 Meter Länge und 2,30 Meter Breite handelt es sich wirklich nicht gerade um einen großen Raum. Aber es soll genügen, denn es ist ja auch alles mit Arbeit verbunden, und um so mehr Becken um so mehr Arbeit.

Die erste Einrichtung   Ein Gestell komplett mit Becken überlies mir mein Bruder. Die Becken hatten die Maße 1,50 x 0,60 x 0,50. Dieses Gestell stellte ich an eine 2,30 lange Wand gegenüber der Eingangstür. Links an die 3 Meter Wand stellte ich ein weiteres Stahlgestell auf, welches auch für zwei Becken mit den Grundmaßen 1,50 x 0,60 hergestellt wurde. Dies sind die Grundmaße meiner Becken, die ich vorher noch in der Wohnung hatte. An der rechten Wand blieb noch Platz für ein Unterbau eines meiner Wohnungsbecken. Auf diesen Unterbau besorgte ich mir später noch ein Aquarium mit den Maßen 1,40 x 0,40 x 0,45 m. So ging die etwas rechts befindliche Tür gerade noch auf. Links war zwischen Gestell und Wand noch eine Grundfläche von 1,30 x 0,50 m Platz. Auch für diese Ecke fand ich später noch eine Lösung. Dort brachte ich drei Aquarien unter. Und zwar drei Stück übereinander Glas auf Glas wobei zwischen dem Glas ein PVC-Profil steckte. Die untersten beiden Becken sind mit verlängerten und verstärkten Seitenwänden hergestellt und ermöglichen so ein stabiles übereinander stellen der Becken. Die Becken haben die Maße 1,00 x 0,45 x 0,40 m. Also insgesamt ein Fassungsvermögen von 540 Liter. Insgesamt besaß ich nun ca. 2700 Liter Wasser im Keller.

Dies war erst einmal perfekt. Ich hatte die Möglichkeiten Fische umzusetzen, zu züchten und auf zuziehen. Es machte mir auch lange lange Spaß so. Um genau zu sein 2 Jahre.


Die zweite Einrichtung  Nun infizierte ich mich mit dem " Wechselbazillus ". Ich stellte fest, das der Raum nicht genug ausgenutzt war. Schließlich hatten die Wände eine Länge von 3 Meter bzw. 2,40 Meter. Also warum sollten nicht auch die Becken ähnliche Maße haben.

Mein erster Gedanke war ein Aquarium in L-Form mit genau den oben genannten Abmessungen an der zur Wand befindlichen Seite. Von diesem Gedanken kam ich allerdings relativ schnell ab. Zum einem musste ich dann aus Platzgründen auf meine Aufzuchtbecken ( die drei 1 Meter Becken ) verzichten und zum anderem hatte ich gelegentlich mal die Möglichkeit gehabt solche Becken, in dieser Form, zu sehen und habe festgestellt, das mir die verwirrende Optik eines solchen Winkels nicht zusagte. Jeder der in solch ein Aquarium geschaut hat, weis was ich meine.

Also musste ich mir etwas anderes einfallen lassen, der Bazillus lies mich nicht los. Meine Frau schüttelte immer nur mit dem Kopf und zeigte mir einen Vogel wenn ich auch nur andeutungsweise mit dem Thema anfing. Aber ich konnte nicht anders.

Was wollte ich eigentlich. Ich möchte die Möglichkeit behalten Jungfische aufzuziehen, ich möchte die Anzahl der "großen " Becken von 4 auf keinem Fall verringern und ich möchte ein wirklich mal großes Becken besitzen um auch mal 3 oder 4 großen Paaren mittelamerikanischer Cichliden Platz in einem Becken zu bieten.

Mit diesem Grundvoraussetzungen im Kopf setzte ich mich an den Schreibtisch und fing an Skizzen zu zeichnen. Viele Entwürfe gingen mir durch den Kopf und ruck zuck aufs Papier. Aber genauso schnell auch gleich in den Papierkorb. Mit Hilfe des Computers rückte ich die Grundflächen der mir im Kopf und im Keller zu Verfügung stehenden Aquarien im Raum hin und her. Irgendwann lag eine Skizze vor mir die es werden sollte.

Folgende Grundflächen standen mir zur Verfügung: Auf der Grundfläche von 3,00 x 0,73 sollte auch ein Becken hin kommen mit den Maßen 3,00 x 0,70 x 0,60 Meter. Allerdings muss das Becken in die zweite Etage, damit mir darunter weitere Platz zu Verfügung steht. Die Grundfläche 1,65 x 0,65 entspricht der meines Eisengestelles aus Vierkantstahl. Dies ist das neue, welches ich mir ja erst vor zwei Jahren hab schweißen lassen. Auch dieses ist doppelstöckig. Die kleine Grundfläche ist die meiner dreistöckigen Aufzuchtbecken.

Nun stellte sich die Frage, welchen Unterbau sollte ich für das 3 Meter Becken verwenden. Sollte ich mir wieder eins schweißen lassen? Das Gestell für das 1,65 bzw. 1,50 m ist phantastisch stabil und sauber, aber auch entsprechend schwer. Und das ganze dann noch mal doppelt so schwer, wer sollte das tragen? Nein, es muss auch anders gehen. Jetzt kommt wieder die alte Literatur ins Spiel, die Anfangs erwähnt wurde. DATZ Jahrgang 1994. Unter der Rubrik ´Für Sie besucht´ stellten Thomas Jäger und Steffen Haustein in einem wunderbaren Bericht mit Bildern die phantastische Anlage von Hans-Jürgen Iwohn vor. Er pflegt darin Cichliden aus dem Tanganjikasee. Das grosse Becken fast stolze 2000 Liter. Hinter diesem Aquarium befindet sich die eigentliche Anlage. Auf den Bildern ist deutlich zu sehen, das die Becken auf kleinen gemauerten Wänden aus Ziegelsteinen stehen. Eingemauert in diesen Wänden sind 2 bzw. 3 Reihen Vierkahnstahl, auf denen die Becken stehen.

Also mauern, ja!!

Als Träger besorgte ich mir wieder den selben Stahl wie bei meinem Gestell. Dieser hat die Maße 5 x5 cm und eine Stärke von 5 mm. Ich benötigte 12 Meter von diesem Stahl. Geliefert wird so etwas in 6 Meter Stangen. Also musste ich mir zwei besorgen. Nun lassen sich 6 Meter Stangen schlecht im Auto transportieren. Ich lies sie gleich auf eine Länge von je 1,50 Meter schneiden. So hatte ich nun 8 Stangen von je 1,50 Meter. Da ich auf dem Bau tätig bin, bereitet es mir eigentlich kaum Schwierigkeiten die benötigten Materialien zu besorgen. So ging es auch relativ schnell und ich hatte eine Palette Kanalklinker, 4 Sack Fertigmörtel, Kelle, Eimer, Wasserwaagen, Winkel usw. in der Garage. Leider passte dann kein Auto mehr hinein. Aber egal.

Der Umbau So, die Planung war fertig, die Materialien besorgt. Um meine neue Anlage aufbauen zu können, musste ich erst einmal meine alte komplett abbauen. Ich baute zwei von meinen 1 Meterbecken oben in der Wohnung auf. Dort konnte ich einige Heranwachsende unterbringen. Aber wohin mit den anderen. So ein Umbau beansprucht ja auch einiges an Zeit. Da nur jemand in Frage kommt, dessen Anlage groß genug ist um noch einige Fische unterzubringen, kommen bei mir in der Gegend nicht viele Aquarianer in Frage. Es waren ja schließlich auch einige Klopper dabei, u A. ein großes Paar A. hogaboomorum, ein 30, bzw. 25 cm Pärchen Vieja spec. Coatzacoalcos, Parachromis managuensis, P. motaguensis und und und.

Ich möchte mich auf diesem Wege noch einmal bei Volker Wambach bedanken, der durch seine Bereitschaft all diese Fische aufzunehmen, diese Umbauaktion eigentlich erst möglich gemacht hatte.

Die Fische waren nun untergebracht. So konnte ich den Keller leer räumen. Auch dafür musste die Garage her halten.

Zuvor aber musste ich mich ja auch noch um die neuen Becken kümmern, die ich ja nun benötigte. Durch Wolfgang Claßen , der auch gerade am Umbauen war, allerdings in ganz anderen Dimensionen als ich , kam ich an Heinz-Günther Ulmke. Nach einigen Telefonaten war alles geklärt und ein Termin stand fest.

Mobirise

Also fing ich an zu mauern. Die erste Schicht setzte ich auf einem Streifen Dachpappe um auch hier einen rückstandslosen Abbau zu gewährleisten. Auf die zweite Schicht kam dann schon die erste Lage Stahlträger. Bei solchen arbeiten ist dann schon eine gewisse Sorgfalt von Nöten, denn die Aquarien sollten schon gerade stehen. Aber mit dem richtigen Werkzeug und etwas Geduld lagen bald die Eisen so wie ich sie haben wollte. Das mauern ging dann allerdings etwas langsamer als erwartet. Kanalklinker erreichen ihre hohe Druckfestigkeit durch langes brennen bei hoher Temperatur. Aber gerade diese Härte lässt die Steine kaum Feuchtigkeit aufnehmen. So begann bereits nach drei Schichten die Mauer an zu "schwimmen". Der Fertigmörtel zog einfach nicht an. Aber ich lag ja gut im Zeitplan und ließ mich dadurch nicht beirren. Irgendwann war ich dann doch bei der letzen Schicht angekommen. Auch hier war wieder Präzisionsarbeit gefragt. Die letzte Schicht mit den Trägern muss wieder absolut in Waage liegen.

Ich ließ das Mauerwerk weitere 3 -4 Tage austrocknen und begann anschliessend mit dem Aufbau bzw. Unterlagen. Auf Träger und Mauerwerk legte ich eine Lage 2 cm starkes Styropor. Auf das Styropor kamen Holzplatten. Aber keine Spanplatten, sondern mehrfach geleimte sowie beschichtete Platten. Ich kenne sie vom Betonbau her. Mit solchen Platten werden Schalungen hergestellt z. B. im Brückenbau. Diese Platten haben den Vorteil, das sie Wasserbeständig sind und somit nicht aufquellen wenn sie einmal nass werden. Auch habe ich schon Aquarien aus diesen Platten gesehen. Sie wurden einfach zusammen geschraubt, vorne eine Scheibe eingesetzt und die Ecken mit Silicon abgedichtet. Weiter werden diese Platten auch auf PKW-Anhängern verlegt. Dies macht schon ihre Robustheit deutlich.

Auf diese Platten legte ich eine weitere Lage Styropor. Auch die Wände Links und rechts sowie die Rückwand wurden nochmals mir Styropor verkleidet. Dieses Styropor wurde anschliessend schwarz gestrichen.

So, nun muss nur noch das Becken her. Zuvor jedoch verlegte ich noch einige Kabel und montierte noch Lampen.

Unten ergaben sich zwei Nischen von 1,34 x 0,70 m. In die rechte kommt ein Becken (1,30 x 0,65 x 0,50) und die linke Nische dient als Gerümpelecke. Es sammelt sich doch so einiges im laufe der Jahre an. Schläuche, Schwämme, Pumpen, Heizer, Beutel, Futtergefäße usw. . Dennoch habe ich dort Platz für ein weiteres Aufzuchtbecken.

Nun wurden die Becken wieder in den Keller getragen. Ich behielt von meiner alten Anlage nur das eine Gestell mit dem dazugehörigen unteren Becken von 1,50 x 0,60 x 0,60 sowie die drei übereinander stehenden Aufzuchtbecken. Neu hinzu kamen das Becken 1,30 x 0,65 x 0,50 für die Nische, das Becken 1,65 x 0,60 x 0,60 für die obere Etage des Gestelles und natürlich das Becken 3,00 x 0,70 x 0,60. Dies wurde dann auch , nach einigen Terminschwierigkeiten, bei einer Nachtaktion von Herrn Ulmke aus Düsseldorf bei mir im Keller vor Ort verklebt. Ich war erstaunt in was für einer professionellen Quantität aber auch Qualität Heinz-Günter das Becken in die Nische zauberte. Nach abgeschlossener, sauberer Arbeit trugen wir noch das 1,65 Becken in den Raum und hievten es mit vereinten Kräften auf die obere Etage des Gestelles.

Bereits am nächsten Tag klebte ich die Querstreben in das Becken. Nach weiteren 2 Tagen begann ich mit dem Saubermachen. Die Becken wurden wieder eingerichtet. Technik wurde wieder angeschlossen und schliesslich und endlich konnte ich irgendwann wieder Wasser in die Becken geben. Die ist ja auch immer wieder ein spannender Moment. Aber es war alles dicht und es hat alles gehalten. Ich lies die Becken und Filter noch einige Tage einlaufen. Nach sorgfältiger Beobachtung schien alles in Ordnung und ich konnte endlich auch meine Lieblinge wieder holen. Es kam endlich wieder Leben in den Keller.

Mobirise
Mobirise

Schluss

Die Anlage läuft nun schon wieder einige Monate und ich bin voll und ganz zufrieden. Meine alten Tiere haben sich wieder sehr gut eingelebt und meine Neuanschaffungen können nun erst einmal wachsen. Ich werde bestimmt noch den einen oder anderen Fisch umsetzen müssen bis ich mit dem Besatz der Becken zufrieden bin, aber das ist doch etwas was einem Aquarianer Spaß macht. Auch bin ich mir noch nicht so ganz sicher über den Stammbesatz des großen Beckens.
Das gesamte Volumen beläuft sich nun auf 3515 Liter Wasser. Von dem "Wechselbazillus" bin ich erst einmal befreit. Ich hoffe das bleibt auch erst einmal eine ganze Zeit so. Wenn ich mir das alles noch einmal durch den Kopf gehen lasse war das doch ein ganzes Stück Arbeit.
Anno 2000


Ja, wie die Zeit vergeht.

Ich habe meinem Keller schon wieder einigen Änderungen unterzogen. Ich habe die rechte Seite (das Gestell) komplett entfernt und mit Hilfe von Mauersteinen und Stahlträgern etwas neues konstruiert. Es befinden sich nun dort 2 neue Becken mit folgenden Maßen:

unten= 2,00 x 0,80 x 0,70 m

oben= 2,30 x 0,70 x 0,60 m

Jetzt hab ich endgültig keinen Platz mehr. Denk ich jedenfalls. Aber wer weiß.

Anno 2004

Mobirise
Mobirise
Addresse

34225 Baunatal 
Grüner Weg 33 B