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Pflege von Großcichliden aus Mittelamerika

Beckeneinrichtung, Haltung und Vergesellschaftung
2003

Was sind Großichliden?

Buntbarsche die eine gewisse Größe erreichen, wobei die Größe Ansichtssache des Betrachters oder Pflegers ist, zählen zu den Großcichliden. Im Allgemeinen kann man Fische dazu zählen die in der Natur und in unseren Aquarien eine Länge ab 20 cm erreichen. Davon gibt es in Mittelamerika eine ganze Reihe. Sie machen sogar den Grossteil der Cichliden aus. Es gibt aber auch mittelamerikanische Buntbarsche die kleiner bleiben aber dennoch wenigsten genauso viel Platz benötigen wie ihre großen Verwandten.



Mobirise

Beckeneinrichtung.

Die Beckeneinrichtung spielt für die Haltung und Zucht von Cichliden eine wichtige Rolle. Dabei spielt die Unterlage die zur Eiablage dienen soll eine nicht so wichtige Rolle. Den Fischen ist es eigentlich egal, ob es sich um Holz, Stein oder Bodenscheibe handelt. Das drum herum muss passen. Es muss klare Revierabgrenzungen geben, eine Vielzahl von Versteckmöglichkeiten aber dennoch genügend Schwimmraum. Die Verstecke und Reviere sollten sich den Größen der Fische anpassen. Das heißt das ein erwachsenes Dovii-Weibchen z.B. nichts mit einem 10 cm Versteck anfangen kann, genauso wenig nützt ein zu großes Versteck in das der Jäger (meist das größere Tier) dem gejagten Tier (oft das eigene Weibchen) folgen kann. Angriffe eines Männchens auf das eigene Weibchen, vielleicht nach einem Streit und des daraus resultierenden Verlust des Geleges, können relativ häufig vorkommen und sollten unbedingt bei der Beckeneinrichtung mit in Betracht gezogen werden. Fast alle mittelamerikanischen Cichliden sind Offenbrüter, dennoch mögen es viele relativ versteckt hinter einer Steinplatte oder in einer Höhle. Andere wieder laichen auf einem ungeschützten, mitten im Aquarium befindlichen Stein ab. Tellergrosse Kieselsteine, Steinplatten aus Schiefer oder Porphyr und einige Holzwurzeln geschickt kombiniert geben einen abwechslungsreichen und jedem Bedürfnis angepassten Lebensraum wieder. Alle Steinaufbauten müssen unbedingt stabil sein, damit ein Einsturz verhindert wird und sich keine Tiere verletzen können oder gar ein Becken zu Bruch gehen kann. Grosse Steine und Platten weisen ein hohes Gewicht auf. Ein direkter Kontakt zwischen Bodenplatte und größeren Steinen sollte mit Hilfe von Styropor unterbunden werden. Dabei ist die Größe des Styropors so zu wählen, das möglichst wenig übersteht, da unsere Cichliden bekannter weise gerne wühlen würden sie das Styropor freilegen und kaputt beißen. das Ergebnis schwimmt dann unansehnlich auf der Wasseroberfläche. Wählt man den Bodengrund aus ganz normalem Kies mit einer Körnung von 0-16 mm oder 0-32 mm ist man eigentlich gut beraten. Dieser ist natürlich und sieht gut aus. Möchte man Arten wie z.B. "C" rostratum oder nourisati pflegen sollte man mehr Feinanteil wählen, weil diese auch als mittelamerikanische Erdfresser bekannt sind. Auf Pflanzen in einem Cichlidenaquarium muss man nicht zwangsläufig verzichten. Es gibt ohne weiteres Pflanzen wie z.B. Anubias-Arten die in einem Cichlidenbecken zu pflegen sind. Großer Vorteil der Anubias ist das man sie in Steinspalten klemmen oder an Wurzeln festbinden kann. Neben ihren festen grünen Blättern bilden sie dann auch nach unten hin schöne verzweigte Wurzeln. Aber auch Riesenvallisnerie (Vallisneria americana) oder Cryptocorynen haben sich bewehrt. Entweder man pflanzt sie in einem Topf oder man schützt die Wurzeln durch große Steine vor dem Ausbuddeln. Möchte man pflanzen erfolgreich pflegen ist eine gute Beleuchtung zwingend notwendig. Dabei sollte man aber beachten, das nicht das ganze Aquarium ausgeleuchtet wird und somit etwas scheuere Tiere keine Rückzugsmöglichkeiten mehr haben. Ach ja, Totenköpfe, Schatzkisten und Ruinen haben in einem naturnahen Aquarium nichts zu suchen. Aber was heißt schon naturnah. Da müsste man schon einige Coladosen und vielleicht einen alten Autoreifen ins Becken legen. Das wäre naturnah.

Haltung.

Hat man sich nun eine Beckengemeinschaft zusammengestellt möchte man möglichst lange viel Freude an den Tieren haben. Dazu ist es notwendig sich um die Tiere zu kümmern. Größere Fische haben auch größeren Hunger. Heutzutage wird Cichlidenfutter von verschiedenen Herstellern in verschiedensten Formen und Farben angeboten. Die meisten Hersteller sind bemüht Qualität zu liefern. Das heißt in den Flocken und Sticks ist eigentlich alles drin was ein Fisch zum wachsen und zum leben braucht. Es gibt Futter speziell für Fleisch als auch für Pflanzenfresser, für Farbe oder für Laichfreude. Für welches man sich nun entscheidet liegt wohl bei jedem selber. Oft spielt auch der Geldbeutel eine Rolle. Allerdings muss man sich nach den Bedürfnissen seiner Pfleglinge richten. So brauchen Vieja-Arten auf jeden Fall pflanzliche Beikost. Ob das nun handelsübliches Gemüse in Form von Erbsen, Salat oder Gurke ist, oder ob es sich Trockenfutter auf pflanzlicher Basis handelt spielt keine Rolle. Beides abwechselnd ist ideal. Wenn man abwechslungsreich füttert kann man getrost auf Farbfutter verzichten. Das für die Farbe so wichtige Betakarotin ist in vielen Chitinpanzer von Krebstieren enthalten die sich wunderbar als Futtertiere verwenden lassen. Angefangen von den kleinen Salinenkrebschen, dem Wasserfloh, Krill bis zur Nordseegarnele. Frischgeschlüpfte Salinenkrebschen, auch Nauplien genannt, sind für die Aufzucht von Jungfischen wohl immer noch das Non plus Ultra wobei es heute schon Ersatzfutter dafür gibt. Die Erfahrung welches ein Pfleger letztendlich für gut befindet muss jeder selber sammeln. So gibt es Staubfutter, entkapsulierte Nauplien oder Nauplien mit einer Art Gelee überzogen. Werden die Fische dann größer kann man anfangen Flockenfutter zu geben. Heut zu Tage gibt es eine Vielzahl von Frostfutter die garantieren den Speiseplan abwechslungsreich zu gestalten. Mückenlarven rot, weis, schwarz, Krill grob, Krill fein, Artemia, Stinte usw. Ein Pfleger mit etwas kulinarischen Fähigkeiten kann seinen Lieblingen das Futter auch selber machen. Etwas Fischfilet, Haferflocken, Karotten, Spinat gewürzt mit etwas Rosenpaprika durch den Fleischwolf gedreht und mit etwas Gelatine gebunden , läst sich wunderbar in Eiswürfelformen einfrieren. Natürlich wird auch Lebendfutter gerne genommen und weckt den Jagtinstinkt unserer Fische. Kleine Goldfische, junge Guppys, Regenwürmer oder auch Kaulquappen eignen sich hervorragend. Da mittelamerikanische Buntbarsche recht produktiv sind kann man auch einige Jungfische absaugen und als Futterfische auf eine gewisse Größe ziehen.



Mobirise

Nach solch einem gestalteten Speiseplan ist natürlich auch der Stoffwechsel unserer Barsche recht groß. Dies setzt ein gut funktionierendes Filtersystem voraus. Es gibt die verschiedensten Systeme. Innenfilter, Außenfilter, Rieselfilter, Filterbecken hinter oder unter dem Aquarium usw. Das Wasser kann mit dem Luftheberprinzip oder mit Motorpumpen durch die verschiedensten Filtersubstrate geführt werden. Im Moment wohl gerne genommen werden die Filterschwämme, die in drei Stufen angeboten werden, genommen. Grob, mittel und fein. Sie haben eine große Aufnahmefläche, die ein Ansiedeln wichtiger Bakterien ermöglicht, lassen sich auf verschiedene Größe zuschneiden und relativ leicht reinigen. Bewehrt haben sich aber auch Filtermedien wie Tonröhrchen, Kies und Filterwatte. Wichtig bei allen Filtern ist eine leichte Zugänglichkeit, die ein schnelles und unkompliziertes Reinigen ermöglicht da man bekanntlicher Weise die Lust auf schwierigere Arbeit schnell verlieren kann und diese dann nur immer wieder vor sich her schiebt. Innenfilter fallen in der Regel stets kleiner aus als Filterbecken unter dem Aquarium. Deshalb haben Filterbecken immer eine längere Standzeit. Gut funktionierende Filterbecken können bis zu einem Jahr laufen ehe man ihn reinigen muss. Die kleineren Innenfilter und Außenfilter müssen öfters gereinigt werden. Dennoch, ein noch so gut funktionierender Filter ersetzt nie den Wasserwechsel. Der Wasserwechsel ist fester Bestandteil im Rhythmus eines Aquarianers. Auch dieser sollte sich relativ leicht gestallten, damit man auch daran nicht die Lust verliert. Jedem sollte bewusst sein, das das Reinigen von Aquarien stets mit Arbeit verbunden ist und es an jedem selbst liegt wie er sich diese Arbeit einteilt. Ein Teilwasserwechsel sollte alle 14 Tage durchgeführt werden, wenigstens alle 3 Wochen. Hat man die Möglichkeit temperiertes Wasser aufzufüllen, kann man einen 50 %igen Wasserwechsel durchführen. Füllt man nur mit kaltem Wasser sollte ab einem Drittel Schluss sein, da sich das Wasser zu tief abkühlen würde.

Zurück zu den Großcichliden.

Zu den Grossen zählen Vieja, Parachromis, Amphilophus, Nandopsis, Herichthys, Petenia, Chuco, Tomocichla. Alle Arten dieser Gattungen können Größen von 30 cm und oft auch mehr erreichen. Von Parachromis dovii sind u A. 45 cm in Deutschland gemessen wurden. Vieja synspila, einer der bekanntesten Großcichliden kann es bei guter und langer Pflege ohne Schwierigkeiten auf 40 cm bringen. So kann man die Beispiele bei allen Gattungen fortsetzen. Zu den mittleren Großcichliden lassen sich Paraneetroplus, Theraps sowie die in Komplexe zusammen gefassten Arten wie "Cichlasoma" grammodes, salvini, octofasciatum zählen. "Cichlasoma" istlanum gehört allerdings zu den Größeren. Zu den "kleinen" Großen gehören Thorichthys, Herotilapia, Neetroplus, Archocentrus. Wie Anfangs schon erwähnt ist aber ihr Platzbedarf mit dem der Großen gleich zu setzen. Gerade in der Zeit der Brutpflege beanspruchen kleinere Arten oftmals mehr Platz als z.B. ein Pärchen P. managuensis. Aus diesem Grund sind Cichliden wie "Cichlasoma" salvini, Thorichthys meeki, Hypsophyros nicaraguensis u A. auch als Großcichliden zu betrachten.

Vergesellschaftung

Eine Kombination von Cichliden aus zuvor genannten Gruppen (Groß, Mittel, Klein) ist eine optimale Variante einer Vergesellschaftung. Was ist bei Vergesellschaftung zu beachten? Ganz wichtig ist der Platz der einem zur Verfügung steht. Die Art der Einrichtung spielt eine Rolle und was für Cichliden man pflegen möchte. Es gibt Tiere die sich gut vergesellschaften lassen und welche die sich weniger gut vergesellschaften lassen. Dies liegt aber nicht immer nur an der Gattung oder Art des Fisches sondern auch schon mal an dem "Charakter" des einzelnen. So kann die eine Vergesellschaftung bei dem einen wunderbar funktionieren und die selbe Vergesellschaftung bei dem nächsten überhaupt nicht klappen. Es gibt eben immer mal einen "Stinkstiefel"! Wichtig ist, das sich die Fische in Form und in Farbe offensichtlich unterscheiden. So ist schon einmal ein direkter Konkurrenzkampf etwas gedämpft. Die größten Aggressionen richten sich meistens gegen die eigene Art. Eine unter diesem Gesichtspunkt betrachtete Pflege von Cichliden schließt auch eine ungewollte Hybridisierung aus. Wobei uns Berichte diesbezüglich auch schon eines Besseren belehren. Die unterschiedliche Futteransprüche spielen in Aquarien eine untergeordnetere Rolle in Bezug auf die Vergesellschaftung. Im Aquarium fressen alle Fische erst einmal das gleiche. Auch ein spezialisierter Fischfresser schnappt im Aquarium z.B. nach Erbsen. Dies bezieht sich allerdings nur auf den Blickpunkt einer Vergesellschaftung. Eine den Bedürfnissen der einzelnen Arten angepassten Fütterung setzt eine erfolgreiche Pflege von Cichliden voraus. Die Garantie für eine funktionierenden Vergesellschaftung kann man nicht geben. Wenn man aber den einen oder anderen Punkt beachtet steigen die Erfolgsaussichten. In einem Becken von 1,50 m lassen sich bis zu 2 Paare pflegen. Ab 1,80 m bis 3,00 m können es auch schon mal 3-4 Paare sein. Bei den Beckengrößen sind nach oben hin keine Grenzen gesetzt, na ja vielleicht statische Grenzen. Neben den Paaren im Aquarium ist man gut beraten einige Beifische zu pflegen. dabei kann es sich um größere Salmler handeln oder aber um heranwachsende Buntbarsche. Beifische dienen als Blitzableiter, sie lenken die Aufmerksamkeit auf sich und können so Angriffe auf den Partner unterbrechen oder gar verhindern. Aber auch Artenbecken erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. So kann man in einem gut dimensionierten Aquarium relativ friedvolle Cichliden in einer Truppe ab 6 Tiere pflegen. Entweder Schwimmen sie stets zusammen, nur zur Paarung sondert sich ein Pärchen ab, oder einzelne Paare besetzen Reviere. Solch eine Art Haltung lässt sich bei entsprechenden Platzangebot mit fast jeder Art verwirklichen. Sehen tut man das häufiger mit z.B. "Cichlasoma" pearsei, "C" bocourti, A. citrinellus aber auch Vieja-Arten . Anbieten tut sich diese Art der Haltung aber auch bei Fischen wie z.B. "C" octofasciatum, bei allen Thorichthys-Arten oder den Theraps. Möchte man aber verschiedene Gattungen und Arten pflegen wird man sich aus Platzgründen für eine paarweise Haltung entscheiden. Gut harmonierende Paare müssen sich aber erst finden. Hat sich einmal ein Paar gefunden, kann diese "Ehe" ein ganzes Leben halten. Vorraussetzung hiefür sind wieder unsere vorher genannten Versteckmöglichkeiten für die Weibchen. Hat man sich nun ein Becken eingerichtet kann man in den auf mittelamerikanische Buntbarsche spezialisierten Handel oder zu privaten Pflegern gehen und versuchen Paare seiner gewünschten Arten zu kaufen. Dies hat den Vorteil, das sich die Tiere schon gefunden haben, das sie schon eine gewisse Größe aufweisen können und man sein Becken schnell so aufgefüllt hat wie man es sich vorgestellt hat. Der Nachteil ist, das Paare immer etwas teurer sind als Jungfische oder Halbwüchsige. Eine andere Möglichkeit sind die eben erwähnten Jungfische. Hat man die Möglichkeit Jungfische in einem extra Becken bis auf eine gewisse Größe zu ziehen kosten einem die Fische in der Anschaffung eigentlich nichts. Höchstens einen Tagesausflug und die damit verbundenen Spritkosten. Ab einer Größe von vielleicht 4-5 cm bekommt man Tiere privat für etwas Futtergeld. Aus einer Truppe ab 5 Tieren pro Art werden sich draus früher oder später Paare bilden. Den so gefundenen Paaren sagt man einen festeren und besseren Zusammenhalt voraus. Haben sich nun Paare gefunden kann man die übrigen Tiere abgeben. Vorteile sind die Anschaffungskosten, man kann sich die schönsten Tiere aussuchen, man lernt ihr soziales Verhalten beim heranwachsen kennen, die verschiedenen Gattungen und Arten wachsen zusammen auf und eine Rangordnung wird fast unbemerkt aufgebaut. Nachteil ist die Zeit, es dauert bei Tieren dieser Größe nun mal ein bis zwei Jahre ehe die Tiere eine gewisse Größe erreicht haben, die übrigen Tiere sind nicht immer leicht weiter zu vermitteln. Wie immer man sich auch entscheidet muss man noch wissen, das mittelamerikanische Buntbarsche ihre wahre Schönheit erst richtig im Alter wiedergeben. Dann wird man belohnt mit großen, kraftprotzenden, imposanten und farbenprächtigen Individuen.

Die nun hier genannten Vergesellschaftungsbeispiele geben natürlich keine Garantie das es auch wirklich funktioniert. Man muss auch wirklich selber seinen Fischen einen gewissen Platzanspruch zugestehen. Auch die Tipps von erfahrenen Pflegern solcher Buntbarsche sind sehr hilfreich und natürlich gibt es auch wunderschöne Literatur zu diesen Thema. Welche Fische man zusammen tut sollte man sich unbedingt vorher überlegen, sich über ihre Bedürfnisse und Gewohnheiten informieren. In der Literatur erfährt man viel über die Verbreitungsgebiete, die Wasserbeschaffenheiten, Temperatur usw. Sie gibt einen umfangreichen Überblick über die Gattungen mit ihren Arten und die in den letzten Jahren sich immer wieder geänderte Systematik. Neben den vielen Guten und Nützlichen findet man leider immer wieder auch schlechte Nachrichten in der Literatur. Das betrifft vor allem die Umweltzerstörung und Faunenverfälschung was die Bedrohung und gar die Aussterbung von Arten zur Folge hat. Einer unter diesem Gesichtspunkt betrachte Pflege von bedrohten Arten lässt dies zu einer kleinen Herausforderung werden. Auch sollten diesbezüglich die Aquarianer enger zusammen arbeiten, damit die Erhaltung möglichst vieler unterschiedlicher Arten in unseren Aquarien gesichert ist. Es gibt in der Natur bedrohte Arten die sich in unseren Aquarien leider als sehr schwierige Pfleglinge erwiesen haben. Erwähnt werden sollten da z.B. Arten wie "C" istlanum oder "C" labridens, welche sich gerade im Jungfischalter sehr anfällig auf Darminfekte erweisen. Aber es gibt auch Arten um die man sich nicht sorgen muss. Ein Vieja synspila oder ein Parachromis managuensis wird wohl nie in unsern Aquarien aussterben. Aber es gibt Arten die weniger Farbenfroh oder Vermehrungslustig sind. Arten wie die relativ farblosen Amphilophus hogaboomorum oder "Cichlasoma" bartoni. Wie viele Aquarianer pflegen überhaupt noch bartoni in Deutschland? Was ist mit A. macracanthus , "C" beani oder Tomochichla tuba?




Mobirise

Die meisten Buntbarsche Mittelamerikas sind wohl schon entdeckt worden, dennoch tauchen hin und wieder Bilder von Tieren auf die neu aussehen. Meistens erweisen sie sich als Naturhybriden. Aber auch Neuentdeckungen und Beschreibungen sind durchaus noch möglich. Der letzte Beweis ist wohl die Erstbeschreibung von Cryptoheros altoflavus. Robert Allgayer beschreibt 2001 den zuvor von Patrick de Rahm und Jean-Claude Nourissat in Panama entdeckten Cichliden. Aber auch Zuchtformen, meist aus dem asiatischen Raum kommend, machen sich nun langsam in Europa breit. Dabei handelt es sich u.A. um Farbzuchten, aber auch um so genannte Qualzuchten. Allen Voran der "Red - Parot", eine Zuchtform vermutlich aus Amphilophus citrinellus oder die "Flower Horn Cichliden, eine Mischung aus Amphilophus trimaculatus, Amphilophus citrinellus, Vieja synspila und was weis ich nicht noch alles. Kein Zweifel, diese Tiere lassen sich wunderbar ansehen, aber ein wenig Naturbezogenheit sollte jeder verantwortungsbewusster Aquarianer haben. Aus dieser Richtung werden wir wohl in den nächsten Jahren noch mehr zu erwarten haben. Kein vernünftiger Aquarianer sollte so etwas kaufen und somit unterstützen. Es gibt meiner Meinung nach genug überzüchtete Fische, denken wir doch nur an Diskus, Guppys oder Goldfische. Möchten sich doch Liebhaber von verkorksten Formen mal Gedanken über die Entstehung dieser Tiere machen. Ich werde dies alles leider nicht ändern können, denn Geld ist stärker als die Vernunft.

Eine geeignete Konstellation wäre ein Becken mit folgenden Tieren.

Eine Vieja-Art wie V. synspila oder V. bifasciata zusammen mit einem Paar aus der Gruppe der Guapotes wie Parachromis managuensis oder P. motaguensis. Dazu ein "C" salvini oder H. nicaraguensis. Oder wie wäre es mit folgender Zusammenstellung. Ein Paar von den "Inselcichliden" wie Nandopsis tetracanthus oder ramsdeni mit Vieja hartwegi und einem Paar "C" grammodes. Vorsichtiger zu behandeln wäre da Parachromis dovii, welcher unbedingt der Chef im Becken sein will und dafür stets Fische zur Ablenkung benötigt. geeignet dafür wäre ein Trupp Amphilophus citrinellus. Man könnte hier wohl noch beliebig viele Beispiele nennen. Man muss hier auf die Erfahrungen anderer Pfleger vertrauen oder seine eigenen Erfahrungen sammeln. Im laufe der Zeit entwickelt man ein Gespür dafür ob und welche Zusammensetzung klappen könnte. Auch die Art der Futteraufnahme der Fische sollte beachtet werden. Es gibt Arten die sich das Futter nur so reinschaufeln und fetter und fetter werden während Mitbewohner die etwas zurückhaltender Fressen kaum etwas abbekommen. Ungünstig währe zum Beispiel die Haltung von Theraps lentiginosus zusammen mit Vieja synspila oder Parachromis managuensis. Während erstgenannter ein relativ zurückhaltender Pflegling ist werden die beiden letztgenannten nichts vom Futter übrig lassen.



Mobirise

Fische aus Gattung Thorichthys werden nicht so groß. Hier Th. affinis, wohl auch selten in Deutschland gepflegt.


Zum Schluss sei noch erwähnt, das unsere mittelamerikanischen Großcichliden ihr Image als wühlende und unverträgliche Raubeine langsam verlieren. Schuld daran ist nicht zu letzt die Tatsache das unsere Aquarien, ob im Wohnzimmer oder im Keller, immer größer werden und somit eine artgerechte Haltung erst möglich machen. Werden einige Regeln eingehalten wird man den Spaß an der Pflege großer Fische nie verlieren und als Dank stets mit reichlich Nachzuchten belohnt.  



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