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Mein neues Wohnzimmer-Aquarium

Aufbau-Reportage

Michael Pilack 2009

Es stand eigentlich schon immer fest, sollten wir irgendwann einmal in ein eigenes Haus ziehen wird im Wohnzimmer wieder ein Aquarium stehen. Nicht zu groß (sagt meine Frau) und nicht zu klein (sage ich) sollte es sein.

Im Mai 2008 war es dann soweit. Wir zogen tatsächlich noch mal um und zwar in die eigenen vier Wände. Nach wirklich harten Wochen der Renovierung, äußerst stressigem Um-, und Einzug war es dann doch irgendwann soweit für mein Aquarium. Im Haus ist zwar noch lange nicht alles fertig, aber ich hatte von der ganzen Arbeit erst mal die Nase voll und wollte, nein ich mußte erst mal was für mein Ego tun. Den ausschlaggebenden Punkt für diese Aktion setzte mein Freund Wolfgang. Er hat in seinem Wohnzimmer ein wunderschönes Aquarium stehen. 3,00 x 0,65 x 0,60 Meter auf Ytonsteine mit Edelstahlabdeckung. In diesem immer reichlich bepflanzten Aquarium schwammen über die Jahre hinweg die verschiedensten Fische. Nun entschloss sich Wolfgang, zusammen mit seiner neuen Lebensgefährtin Conny, das Aquarium weg zu machen um Platz für eine große Couch zu haben. Das war mein Glück. Wolfgang bot mir an das Becken zu holen. Komplett mit Unterbau und Abdeckung. Und das Beste dabei, Wolfgang schenkte es mir zum Einzug.

Es dauerte nicht Lange und ich organisierte mir einen Transporter mit Hänger, fuhr zu Wolle und wir schnitten das Becken in einer Nacht-, und Nebelaktion auseinander. Am nächsten Morgen verluden es wir auf den Hänger. Alles lief fast reibungslos. Mit etwas Schwund ist allerdings immer zu rechnen. So war es die Frontscheibe welche den Versuch des Verladens leider nicht überlebte. Aber sofort zogen wir daraus eine positive Bilanz. So war ich gezwungen mir eine neue Scheibe zu kaufen, der Vorteil dabei, eine neue Scheibe ist ohne Kratzer. Ich bestellte mir sofort bei meinem Aquarienbauer eine entsprechende Scheibe, neue Stege usw.. Bis die Scheibe geliefert wird habe ich Zeit das Ganze zu reinigen (was bitter nötig war) und den Unterbau in mein Wohnzimmer zu stellen.

Nun möchte ich hier nicht jeden Schritt einzeln aufschreiben und erläutern, nein ich werde es mal wie eine Fotoreportage machen und zu den Bildern eine Kleinigkeit schreiben.

Erwähne möchte ich noch, dass es wirklich überhaupt nicht einfach ist mit Fischen um zu ziehen. Die Fische sind eigentlich die ersten die in das neue Heim eingezogen sind. Auch wenn es sich, wie bei mir geschehen, lediglich erstmal um ein Provisorium handelt. Aber irgendwie muss man ja die Fische unter bekommen. Schon das umher fahren der "großen" Becken war ein Abenteuer welches am Abend dann wirklich teuer war. Ein Aquarium (2,00 x 0,8 x 0,7 Meter) ging dabei leider zu Bruch.


Eigentlich wollte ich "nur" die beiden größeren Aquarien im Keller aufstellen, aber durch das kaputte Becken musste ich schnell umdisponieren, klebte noch einen weiteren Y-Tonstein auf den Kellerboden und stellte an Stelle des kaputten Aquariums zwei Kleiner auf.


Während ich also auf die Scheibe wartete, bereitete ich den Unterbau des Aquariums vor. Da der Boden komplett gefliest ist habe ich mich zu einer optimalen Lastverteilung entschieden. Dazu legte ich unter die 5 Säulen aus Gasbetonsteinen (Y-Ton ist ja nur ein Hersteller, aber das ist halt wie mit dem Papiertaschentuch oder?) auf die gesamte Fläche eine Siebdruckplatte. Um auch die kleinsten Unebenheiten in den Fliesen auszugleichen legte ich zusätzlich noch 1 cm Styropor darunter.

Die ersten drei Steine der Säulen legte ich trocken über einander.  Um mit allen Säulen auf das gleiche Niveau zu kommen brachte ich die beiden letzten Steine jeder Säule mit Kleber jeweils auf die gleiche Höhe. Dies erfordert besonders viel Genauigkeit und sollte von niemanden vernachlässigt werden. Schließlich darf es zu keinen Spannungen des Glases kommen.  Oben angekommen erwartet wieder eine Siebdruckplatte ihre Aufgabe. Auf die Platte kommen nochmals 2 cm Styroporplatten. Für die Optik wird das Ganze Schwarz gestrichen. Auch die Styroporplatten an der Rückwand.



Nun war es an der Zeit für den Aquarienbauer. Für einen Fachmann wohl nur eine Kleinigkeit. Für mich eine große Freude. Übrigens wird man wohl vergebens nach eine Aquarienbauer suchen der für das Zusammenkleben "gebrauchter" Scheiben Garantie gibt. Wenn man aber die Scheiben gründlich gereinigt hat braucht man Nichts zu befürchten. Ich habe die Scheiben übrigens so gereinigt: Zuerst das grobe Silikon mit scharfen Klingen von der Scheibe geschoben. Allerdings bleibt oft ein dünner Film Silikon auf der Scheibe, gerade auch an den doch oft nicht exakt gebrochenen Seiten. Um dies zu entfernen habe ich eine weiche rund Kupferbürste auf meinen Akku-Schrauber gesetzt und all dieses Silikon wirklich spielend entfernt. Zum Schluss das Ganze mit Aceton gereinigt. Die Scheiben sind wie neu. Aber bitte nur weiche Bürsten nehmen, welche nicht das Glas zerkratzen.

So, noch die neue Frontscheibe und dann erst mal warten. Nach einer Aushärtung von 2-3 Tagen habe ich das Aquarium in seine richtige Lage gebracht, die Stege geklebt, auch den für die geteilte Bodenblatte welche übrigens 15 mm stark ist im Gegensatz zu den übrigen Scheiben mit 12 mm. Natürlich muss das Wasser auch ab und zu mal aus dem Aquarium gelassen werden. Dazu war bereits in der Bodenplatte eine Bohrung welche ich für denselben Zweck wiederverwenden werde. Dazu wurden schnell die passenden Teile geschraubt, geklebt und eingebaut.

Im Becken sieht das so aus. Über diese Bohrung werde ich den Filter kleben. Genau mit der Kammer in der sich später die Pumpe befinden wird. Warum? Nun ich möchte mich nicht als faul bezeichnen aber wenn man sich es einfacher machen kann warum nicht. Also die Bohrung befindet sich genau dort, weil ich so bei einem Wasserwechsel das Filtermedium (Japanmatten) durch auf-, und abheben gleichzeitig etwas reinigen kann, während das schmutzige Wasser sofort durch meine Bohrung verschwindet. Dies tue ich bei jedem Wasserwechsel und kann so das gründliche reinigen der Filtermatten auf circa ein Jahr hinauszögern.

Stege sind geklebt, die Rückwand gestaltet.  Hier noch mal eine Detailaufnahme von der Verklebung an den Stegen welche ich übrigens dann alleine fertig gemacht habe. Das ist der zuvor beschrieben Filter. Die beiden Filterscheiben wurden L-förmig zusammengeklebt und so im Becken an Ort und Stelle mit Silikon fixiert. An der kleinen Scheibe befindet sich eine kleine Bohrung welche als Auslass dienen wird. Damit das Wasser aber auch in den Filter gelangt habe ich ihn circa 3-4 cm von der Seitenscheibe aufgestellt. So habe ich auf 4 cm und auf volle Höhe des Wasserstandes einen Zulauf in den Filter. 


Jetzt geht es an die Einrichtung. Dazu habe ich mir Anregungen im Internet geholt. Gefunden habe ich diese bei holländischen Cichlidenpflegern. Diese haben wohl ein besonderes Talent Aquarien nicht nur geschmackvoll, sondern auch naturnah einzurichten. Ich habe mir dazu sogar einige Bilder ausgedruckt (Bildmitte). Für die Einrichtung braucht man Kies/Sand als Bodengrund, einige größere und kleinere Kieselsteine und etwas Holz. Ich habe die Erfahrung gemacht um so länger man versucht ein Becken nach seinem Geschmack einzurichten um so weniger wird es einem gelingen. Wenn man wenige aber wichtige Punkte beachtet geht es aber ganz einfach. Klare Revierabgrenzungen, viele Versteckmöglichkeiten und viel Schwimmraum, das ist die Kunst des Einrichtens.
Das ist wohl immer der spannendste Moment, das befüllen des Aquariums mit Wasser, aber ohne geht es nun mal nicht. Also rein damit. Eine Trübung des Wassers ist normal und in einigen Tagen verschwunden.
Dann sieht das Ganze so aus. Na das geht doch schon mal.
Einige Wurzel treiben noch oben und können mit Steinen beschwert werden. Kleinere Wurzeln lässt man schwimmen, die suchen sich ihr eigenes Plätzchen und gehen irgendwann unter.
Vor den Filter habe ich eine Schieferplatte und etwas Holz gestellt um die Sicht etwas zu nehmen. Zusätzlich werde ich in diese Wurzel noch eine Anubias stecken. Wie man auf den Bildern schön sieht nehme ich in den Bereich vor dem Filter immer groben Kies. Der feine Sand verschwindet doch immer zu gerne und zu schnell im Filter.


Nun noch das übrige Styropor abschneiden, die eine oder andere Leiste ankleben, den Stromverteiler mit Grünzeug verstecken und fertig. So habe ich nun ein tolles Aquarium in meinem Wohnzimmer stehen. Ich habe am Anfang etwas über die Größe des zu stellenden Aquariums geschrieben. Natürlich ist das Becken mit 3 Meter meiner Frau zu groß. Sie hat da wohl ehr an 1,50 Meter gedacht. Aber der Umstand das Wolle mir das Aquarium geschenkt hat und die Tatsache das die Wand an dem es nun steht wie für das Becken geschaffen ist haben meine Frau beruhigt, aber nicht überzeugt. Ich hoffe ich und alle die mich mal besuchen werden noch lange Freude an diesem Aquarium haben. Mit Absicht gehe ich hier nicht auf den Besatz ein, diessen wirst du hier an anderer Stelle erfahren.

Michael Pilack

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